Rodney Greenblat, der geistige Vater von "PaRappa the Rapper", beantwortet Fragen der eu.playstation.com-Forumsmitglieder.
Um das zehnjährige Jubiläum von "PaRappa the Rapper" auf PlayStation gebührend zu feiern, haben wir die Mitglieder der Community dazu aufgefordert, Fragen an Rodney Greenblat zu stellen, den talentierten New Yorker Künstler, der hinter dem unverwechselbaren Stil des Spiels steckt. Dies sind seine Antworten.
Lob4star: Welchen Einfluss hatten Sie auf die Gestaltung der Figur PaRappa?
Ich war bei allen "PaRappa"-Spielen für die Figurengestaltung verantwortlich. Masaya Matsuura, der Entwickler des Spiels, und Gabin Ito, der Autor, kommen normalerweise mit einer groben Vorstellung zu mir und bitten mich um ein paar Skizzen, die auf ihren Ideen basieren. Für PaRappa wollten sie eine Figur, die Vertrauen, Loyalität, Bestimmtheit, Romantik und ein wenig Unsicherheit ausstrahlen sollte. Diese Eigenschaften passten für mich perfekt auf einen Hund. Ich entwarf mehrere Skizzen eines rappenden Hundes, und letztendlich haben wir uns dann gemeinsam für das beste Design entschieden.
MagicYiux: Woher nahmen Sie die Inspiration für die Welt und die Umgebungen in "PaRappa"?
Das ist eine wilde Mischung aus vielen Dingen. Matsuura stellte sich eine amerikanische Landschaft vor. Das machte es mir leicht, denn ich bin Amerikaner und wuchs in einer typischen Vorstadt auf. Aber es gibt auch ein paar japanische Einflüsse im Spiel, wie das Dojo des Chop Chop Master Onion, dessen Entwurf mir wirklich Spaß gemacht hat. Die bunte Mischung entsteht natürlich auch aus dem Beieinander von Tieren, Pflanzen und Menschen. Wir waren von dem surrealen Endprodukt selbst ganz überrascht.
SAS: Woher nehmen Sie die Ideen für die Figuren und wie schaffen Sie es, soviel Spaß und Vergnügen damit zu bereiten?
Ich liebe es, Menschen zum Lachen zu bringen. Ich bin kein Komiker und Witze erzählen kann ich auch nicht, aber ich habe schnell erkannt, dass meine Zeichnungen ziemlich lustig sein können. Ich bin ein strenger Verfechter der Theorie, dass Humor die Welt verbessern kann. Es ist mein Ziel, immer etwas Positives und Humorvolles zu schaffen.
XXIV: Wie realisieren Sie Ihre Ideen - per Zeichnung oder Computer?
Am Anfang steht immer mein Skizzenbuch. Darin kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen. Ich nutze es fast jeden Tag. Oftmals befinden sich darin Zeichnungen für Projekte wie "PaRappa", aber ich bringe dort auch meine Gedanken und Träume zu Papier. Meine Skizzenbücher sind für mich eine Art visuelles Tagebuch. Normalerweise bekommt sie niemand zu sehen, deshalb sind auch langweilige Ideen gut darin aufgehoben. Sobald ich mit den Skizzen zufrieden bin, muss ich mich entscheiden, ob ich die Papiervorlagen oder Computeranimationen verwende. Der Computer eignet sich am besten für das Design von Figuren, die animiert sind.
ArnoFCB: Wie lange dauert es im Durchschnitt, bis eine Figur fertig ist?
Der Prozess der Figurenerstellung ist vielfältig, sodass die Frage nicht einfach zu beantworten ist. Ich kann Skizzen relativ schnell erstellen, aber bevor das gesamte Team zufrieden ist, vergeht einige Zeit. Manchmal fällt die Entscheidung schnell, ein anderes Mal unternehmen wir mehrere Versuche und Überarbeitungen. Insgesamt hat es nur zwei Wochen gedauert, PaRappa fertigzustellen, Lammy dagegen lag erst nach sechs Monaten in der endgültigen Version vor.
JoãoPT: Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für das Zeichnen erkannt? Ist es ein angeborenes Talent oder hat sich das erst in der Schule oder im Erwachsenenalter ausgeprägt?
Bereits mit drei Jahren habe ich mit dem Zeichnen begonnen. Meine Eltern statteten mich mit Papier und Farben aus und setzten mich in die Küche. Ich hatte sogar einen Kittel und eine Baskenmütze. In der 3. Klasse wurde mein kubistisches Portrait eines Weihnachtsmanns als bestes der Klasse ausgezeichnet und im 5. Schuljahr durfte ich das Cover für das Klassenbuch gestalten. Dafür habe ich einen futuristischen 1970er Jahre Stil verwendet, denn es waren ja die Siebziger.
psp master nl: Haben Sie ein Vorbild?
Oje! Künstler werden von so vielen Seiten inspiriert und diese Einflüsse haben eine enorme Auswirkung auf die eigene Arbeit. Als ich ca. 13 Jahre alt war, habe ich mit meinem Vater das Guggenheim-Museum in New York besucht. Dort gab es eine Ausstellung von Kandinsky, dem russischen Maler und Lehrer. Seine Arbeit erstaunte mich und so begann ich, mich näher mit seiner Kunst zu beschäftigen. In der Kunstschule beeindruckte mich vor allem mein Mitstudent Keith Haring durch seine furchtlose und produktive Energie, die mir die Augen für eine völlig neue Karriererichtung öffnete. Und meine erste Kunsthändlerin, Gracie Mansion, die viel in die Ausstellung meiner Werke investiert hat, sowie meine Frau Deena Lebow, die mir mit ehrlicher Kritik und Unterstützung jeden Tag zur Seite steht, möchte ich ebenfalls erwähnen.
Marink: Wie haben Sie Fuß in der Gaming-Industrie gefasst?
Ich arbeitete mit einer japanischen Künstleragentur zusammen und hatte bereits mehrere erfolgreiche Projekte abgeschlossen. Dann wurde ich gefragt, niedliche Figuren für Schreib- und Geschenkartikel für eine Abteilung von Sony in Japan (Sony Creative Products) zu gestalten. Die wunderbaren Designer und Manager von Sony Creative machten mich mit Masaya Matsuura und seinem Partner bekannt, die beide Pop-Stars von Sony Music Japan waren. Zu dem Zeitpunkt arbeiteten sie gerade an der Musiksoftware der bis dahin noch unveröffentlichten PS one. Sie waren mit meiner Arbeit in Kinderbüchern und für CD-ROM-Projekte vertraut. Und als ich in Tokio war, fragten Sie mich, ob ich mit ihnen an einem Projekt zusammenarbeiten möchte, das nun als "PaRappa the Rapper" bekannt ist.
AlienHunter: Welches Spiel halten Sie, abgesehen von "PaRappa", als besonders innovativ und kunstvoll?
"Super Mario" für den Super Nintendo fand ich klasse. Das hat mich nie gelangweilt. Mitte der 1990er hat mich ein eigenartiges Macintosh-Spiel namens "The Manhole" beeindruckt. Die Entwickler waren später auch für "MYST" verantwortlich, das wirklich großartig war. Ich kannte auch die Jungs, die "Starship Warlock" kreiert haben, und das bedeutete ganz neue Möglichkeiten für mich. Im Moment ist "LocoRoco" für PSP mein Favorit.
Ao Neko Amaru: Wenn Sie ein "PaRappa"-Malbuch für Kinder entwickeln würden und könnten nur drei verschiedenfarbige Stifte dafür anbieten, welche Farben wären das?
Wahrscheinlich blau, orange und grün.
Auf whimsyload.com erfährst du mehr über Rodney Greenblat und seine Kunst.
Wir danken allen Forumsmitgliedern für ihre Fragen. Die Mitglieder, deren Fragen veröffentlicht wurden, erhalten ein "PaRappa"-Plüschtier im Stil von Greenblats Design.
| Datum: | 08/08/07 |
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| Kategorie: | News |