Mark Bowles und Darren Cox von SCEE bzw. Nissan nehmen zum ultimativen Rennwettbewerb Stellung.
Mit Mark Bowles, Brand Manager von SCEE für PS3, und Darren Cox, Nissans European Interactive Marketing Manager, stehen zwei der Schlüsselfiguren hinter der GT Academy eu.playstation.com Rede und Antwort.
Was ist die GT Academy?
Darren Cox: Die GT Academy wurde erstmals 2008 ausgetragen. Teilgenommen haben damals 25.000 Spieler aus 12 Ländern. Im Grunde genommen war die GT Academy ein Experiment, das wir dem Einfallsreichtum von Nissan Europe und Sony Computer Entertainment Europe zu verdanken hatten. Die Herausforderung bestand darin, in der virtuellen Welt der Computerspiele einen echten Rennfahrer zu entdecken, und ich denke, dass uns dies auch gelungen ist.
Im Rahmen der nationalen Ausscheidungsrennen konnten sich damals 22 Fahrer für die Rennen in Silverstone qualifizieren. Die Entscheidung, zwei von ihnen auszuwählen, die die Chance erhalten, eine internationale Rennlizenz zu erwerben, ist nicht gerade leichtgefallen, da alle Fahrer über großes Potenzial verfügten.
Letztendlich ist es uns aber doch gelungen, einen Teilnehmer für das internationale 24-Stunden-Rennen in Dubai zu ermitteln: Lucas Ordóñez, seines Zeichens Student aus Spanien. Seine Leistungen waren derart vielversprechend, dass wir ihm die Möglichkeit verschaffen konnten, in einem Nissan 350Z am GT4 European Cup teilzunehmen, wo er mit einem zweiten Platz und dem Gewinn der Teamwertung voll zu überzeugen wusste. Dieses Ergebnis spricht für sich.
Der gesamte Wettbewerb hat derartig gut funktioniert, dass wir uns erneut mit PlayStation zusammengesetzt und entschieden haben, das Ganze noch einmal auszurichten.
Mark Bowles: Am Format der GT Academy 2010 wird sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht viel verändern. Das Auswahlverfahren zur Ermittlung unseres Rennfahrers besteht aus fünf Phasen, wobei die Online-Ausscheidung bereits am 17. Dezember 2009 begonnen hat. Alle teilnahmeberechtigten Personen, die in einem der Teilnehmerländer wohnen, können das GT Academy-Zeitrennen aus dem PlayStation Store downloaden.
In Phase 2 treten die 20 schnellsten Gamer aus den einzelnen Ländern zu einem Landesfinale an. Dort kämpfen sie dann in einem richtigen Trainingslager um die 20 Teilnehmerplätze bei der GT Academy.
Nach fünf Tagen mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen befindet unser Expertengremium dann darüber, welche beiden Rennfahrer im Rahmen eines intensiven, 8-wöchigen Trainingsprogramms die Möglichkeit erhalten, eine internationale Rennlizenz zu erwerben. Anschließend wird einer von ihnen ausgewählt, um in einem Nissan 370Z an der GT4 European Cup-Saison teilzunehmen. Spätestens dort werden wir erfahren, ob es uns gelungen ist, einen neuen Stern am Rennfahrerhimmel zu entdecken.
Waren Sie mit den Ergebnissen der ersten GT Academy zufrieden?
DC: Ich vermute, dass alle, die an dem Projekt mitgearbeitet haben, mit dessen Verlauf hochzufrieden waren. Es stand sowohl für Nissan als auch für PlayStation eine ganze Menge auf dem Spiel. Wir waren wirklich beseelt von dem Gedanken, in der Gaming-Community einen echten Rohdiamanten aufzuspüren. Dies dann tatsächlich auch in die Tat umzusetzen, ist noch mal eine ganz andere Frage.
Die Tatsache, dass wir letztendlich mit Lucas einen echten Siegertypen präsentieren konnten, hat uns dann allerdings recht gegeben. Er hat seine Klasse als Rennfahrer absolut unter Beweis gestellt und ist immer besser und besser geworden. Außerdem ist er einfach ein toller Typ, der sich als großartiger Repräsentant beider Unternehmen erwiesen hat. Daher ist es nur logisch, dass er auch an der GT Academy 2010 mitarbeiten wird.
MB: Aus der Sicht von PlayStation war die GT Academy ein überragender Erfolg. Die Gran Turismo-Reihe ist die erfolgreichste Rennsimulation der Welt, und ihrem Erfinder Kazunori Yamauchi ist es gelungen, mit jeder einzelnen Veröffentlichung neue Maßstäbe in Sachen Realitätsnähe zu setzen. Ich glaube, dass er selbst die Entwicklung der GT Academy mit Spannung verfolgt und sich sehr über Lucas' Fortschritte gefreut hat.
Für uns war die GT Academy außerdem ein wunderbares Mittel zur Betonung der Online-Kapazitäten von sowohl Gran Turismo als auch des PlayStation 3-Systems. In der ersten Phase haben 25.000 Menschen das Game online gespielt. In diesem Jahr rechnen wir sogar mit noch mehr Teilnehmern, die auf diesem Weg eine riesige internationale Community von Online-Spielern bilden werden. Das ist schon ganz schön aufregend.
Was wird es 2010 Neues geben?
MB: PlayStation wird natürlich sehr stark in die Gaming-Phasen der GT Academy involviert sein. Aus unserer Sicht ist die Bereitstellung des Online-Zeitrennens für die GT Academy durch das Team von Polyphony Digital, das bereits für die Gran Turismo-Spiele verantwortlich zeichnete, eine tolle Sache.
Hierdurch wird gewährleistet, dass an der Online-Phase der GT Academy alle PS3-Besitzer teilnehmen können, die in einem der Teilnehmerländer wohnen. Sie müssen sich lediglich für das PlayStation Network registrieren und das kostenlose Zeitrennen aus dem PlayStation Store downloaden.
Zusätzlich wird in diesem Jahr die Anzahl der Teilnehmerländer weiter erhöht, sodass nun beispielsweise auch Australien und Neuseeland dabei sind.
DC: Ich würde allerdings sagen, dass bereits die erste GT Academy beinahe optimal abgelaufen ist und es daher nur vereinzelte Anpassungen und Verbesserungen geben wird. Eine Änderung wird dabei bewirken, dass Leute, die bereits eine nationale oder internationale Rennlizenz besitzen bzw. besessen haben, vom Wettbewerb ausgeschlossen werden. 2008 war es nämlich so, dass einige derjenigen, die sich für Silverstone qualifiziert haben, bereits über Rennerfahrung verfügten, während die meisten Teilnehmer absolute Neueinsteiger waren. Letztendlich hat sich aber Talent vor Erfahrung durchgesetzt. Wir sind jedoch der Ansicht, dass das Experiment, einen virtuellen Rennfahrer in die echte Welt des Rennsports einzuführen, noch besser funktioniert, wenn wir uns auf die Teilnehmer beschränken, die noch nicht über entsprechende Erfahrungen verfügen.
Des Weiteren werden wir die Fahrer, die sich für das Finale in Silverstone qualifizieren, mit einem echten, komplett getunten Rennwagen inklusive sequenziellem Getriebe und Slicks konfrontieren. Ich denke, dass der immense Schritt von einem normalen Straßenwagen hin zu einem ausgereiften Rennwagen geeignet ist, zu zeigen, welcher Fahrer tatsächlich über das größte fahrerische Potenzial verfügt.
Was erhoffen Sie sich von der GT Academy 2010?
DC: Wir möchten einfach nur den Erfolg des Vorjahres wiederholen und ein weiteres Renntalent ausfindig machen.
MB: Ich erhoffe mir, dass noch mehr Gamer teilnehmen und bei diesem spannenden Projekt dabei sind. Wir möchten eine Community aufbauen, die voll hinter den nationalen Champions steht und den Wettbewerb bis zum Schluss mit großem Interesse verfolgt.