"Brothers in Arms: Hell's Highway" von Ubisoft führt dich wieder einmal hinter die feindlichen Linien.
Truppenbasierte, im Zweiten Weltkrieg angesiedelte Shooter sollten in Deckung gehen, denn das Kriegsspielgenre gerät unter starken Beschuss. In den Ohren echter Fans klingt das natürlich gut. "Hell's Highway" ist der dritte Teil der hoch gelobten "Brothers in Arms"-Reihe, der authentisches und historisch realisierbares Gameplay vereint und sich nun ganz im Stil der nächsten Generation präsentiert.
"Das ist mein Gewehr, und dort, wo es herkommt, gibt es noch mehr ..."
Schlüpfe in die schlammverkrusteten, verschwitzten Stiefel eines Soldaten, der an der Operation "Market Garden" beteiligt ist, und führe Sergeant Matt Baker und die 101. Luftlandedivision durch ihren Einsatz. Ziel ist es, von den Nazis besetzte Gebiete zu erobern. Da das Spiel auf wahren Ereignissen beruht, gibt sich der Entwickler Gearbox Software alle Mühe, die tatsächlichen Geschehnisse und Bedingungen akkurat wiederzugeben. Manche Fahrzeuge, Waffen und Elemente wurden wie erwartet originalgetreu nachgebildet, was aber nicht auf Kosten des Gameplays geht.
"Wenn wir Kompromisse eingehen, geschieht dies, um gewisse Dinge für den Spieler interessanter oder besser zu gestalten", erläutert Randy Pitchford, President und Director von Gearbox Software. "Jeder, der die Karten des Spiels verinnerlicht hat, könnte problemlos in dem betreffenden Gebiet von Holland als Reiseführer oder Ähnliches arbeiten", fügt er lachend hinzu. "Genauigkeit ist uns sehr wichtig, doch natürlich muss man irgendwo die Grenze ziehen."
Derselben Meinung ist auch Colonel Antal, Military & Historical Director von Gearbox: "Historische Ereignisse sind nur bis zu einem gewissen Grad belegbar, da Quellen nur begrenzt verfügbar sind. Hier kommen wir ins Spiel: Wir liefern den Kontext, der dafür sorgt, dass der Spieler Teil der Geschichte wird. Wir müssen außerdem davon ausgehen, dass die meisten Gamer auf alles schießen werden, was ihnen vor den Gewehrlauf kommt. In einer absolut realistischen Simulation würde ein Spieler, der einen Gefangenen erschießt und dabei erwischt wird, vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Das Spiel müsste dann im Gerichtssaal fortgeführt werden", so Antal. "Dieses Problem umgehen wir, indem wir z. B. das Erschießen von Gefangen unmöglich machen."
Historische und persönliche Geschichten
"Brothers in Arms: Hell's Highway" gelingt es, durch die Kürzung typischer Spielelemente zugunsten eines eher filmischen Erlebnisses einen hervorragenden Eindruck des Soldatenlebens zu vermitteln. Ist das neue dynamische Deckungssystem aktiviert, wechselt die Perspektive zur Beobachterperspektive, wenn die Spielerfigur eine Verschnaufpause einlegt. Dadurch wird dem Gamer ein besserer Blickwinkel geboten. Anzeigen, die normalerweise auf dem Bildschirm sichtbar sind, werden manchmal durch Hinweise ersetzt, und statt dem obligatorischen Gesundheitsbalken verschwimmt der Bildschirm und färbt sich nach und nach tiefrot ein, je länger der Spieler riskanten und potenziell tödlichen Situationen ausgesetzt ist.
Der Handlung kommt ebenfalls eine bedeutende Rolle zu, um dieses filmtypische Element noch zu betonen. Damit der Anschluss an vorangegangene Geschehnisse gewährleistet bleibt, beginnt der Titel mit einer kurzen "Was bisher geschah ..."-Zusammenfassung, wie man sie aus Fernsehserien kennt. Gearbox möchte damit Fans und Neueinsteigern den Spielbeginn erleichtern.
"Der Spieler ist nicht nur Mitglied einer Truppe, sondern interagiert auch mit anderen Soldaten", so Pitchford. "Deswegen haben wir verschiedene Persönlichkeiten in das Gameplay integriert. Das Stilmittel Interaktion eignet sich hervorragend für die Erzählung von Geschichten, und um befreundete Kameraden macht man sich mehr Sorgen als um anonyme Figuren. Wenn nun also ein befreundeter Soldat im Lauf der Handlung stirbt, stellt dies für den Spieler eine weitaus größere Tragödie dar als der Verlust einer bestimmten Waffe."
Antal zeigt dieselbe Begeisterung für die Präsentation von persönlichen Hintergründen im Rahmen des Spiels: "Das ist einer der Gründe, warum Videospiele für die Unterhaltungsindustrie immer wichtiger werden und sogar die Verkaufszahlen von Filmen übertreffen. Die Spieler wollen Teil der Handlung sein und ihren Platz in der Geschichte einnehmen."
Wozu gibt es Krieg?
Du musst jedoch nicht befürchten, dass die Action in "Brothers in Arms: Hell's Highway" zu kurz kommt. Krieg ist von Natur aus die Hölle für alle Beteiligten, auch wenn er nur in Form eines Spiels erlebt wird. Dank weiterentwickelter Physik und Dynamik können Großteile der Umgebung zerstört werden, Gliedmaßen werden abgerissen und das Gehör der Spielfigur verschlechtert sich kurzfristig, wenn sie einer Explosion zu nahe kommt.
Die einzigartige Kameraführung zeigt spannende Momente im Spiel in Großaufnahme und Zeitlupe, um sie noch beeindruckender erscheinen zu lassen. Dabei handelt es sich normalerweise um Präzisionskopfschüsse und Explosionen. Diese Zoom-Perspektive reißt dich kurzzeitig aus dem realistischen Kriegsgeschehen heraus und dient gleichzeitig als Anerkennung deiner spielerischen Fähigkeiten.
Neben einer umfangreichen Einzelspielerkampagne wartet ein überarbeiteter Mehrspielermodus auf dich, zu dem allerdings noch keine Einzelheiten bekannt sind. Es soll aber truppenbasierte Deathmatches sowie die Möglichkeit eines Live-Chats mit Headset über das PlayStation Network geben. Auch wenn sich Gearbox sehr bedeckt hält, was die Mehrspielerfunktionen angeht, können wir jetzt schon sagen, dass "Brothers in Arms: Hell's Highway" voller aufregender Elemente steckt: Mach dich bereit für eine vorsichtig abgewogene Mischung aus historischer Genauigkeit und filmtypischen Exzessen, die sich zu einer Welt voller Kämpfe, Kugeln, Blutvergießen und Kameradschaften entwickelt.
"Das Spiel bietet ein einmaliges Erlebnis", schwärmt Antal, "und einen Einblick in eine Zeit und Kriegsführung, wie du ihn sonst nirgends bekommst."
| Datum: | 18/01/08 |
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| Kategorie: | News |
