Der Designer Mark Ward erklärt, wie aus einem flüchtigen Gedanken ein aufregendes PlayStation-Design wird.
Mark Ward trägt immer und überall ein altes Notizheft bei sich. Keinen Skizzenblock, wie du dir das vielleicht bei einem trendigen Künstler vorstellst, sondern nur etwas, in dem man plötzliche Ideen festhalten kann. Der Designer hat gerade eben "Partytime" fertiggestellt, sein erstes Design für The Studio im PlayStation Store. Das Aufschreiben von Ideen ist für ihn die einzige Möglichkeit, den Dingen, die in seinem Kopf herumschwirren, einen Sinn zu geben.
"Ich werde oft gefragt, wo ich die Inspiration für meine surrealen Konzepte hernehme. Um ehrlich zu sein, kämpfe ich oft damit, mir etwas Visuelles einfallen zu lassen", sagt Mark, obwohl es schwerfällt, ihm das zu glauben. Vor seiner Arbeit für The Studio hat er unter anderem auffallende Werbung für Atlantic Records genauso wie fein detaillierte Poster für die gemeinnützige Organisation Shelter entworfen. "Die Technik, das Zeichnen, das kann ich. Ich bin auf die Kunstschule gegangen. Dort habe ich bemerkt, dass es am einfachsten wäre, einfach Graffiti zu sprayen. Aber das erschien mir nicht sehr zukunftsträchtig."
Stattdessen wandte er sich der Werbung zu, wo er freche Slogans mit ansprechenden Bildern verbinden konnte. "Zuerst dachte ich, die Kunstschule das Richtige für mich. Jeden Tag kam ich mit 30 neuen Ideen an, auf die ich richtig stolz war, und 29 davon wurden von den Professoren abgelehnt. Die letzte durfte ich ausprobieren, und dann hieß es: 'Daran musst du noch arbeiten.'"
Mark hat dadurch gelernt, wie er seine Gedanken ordnen kann und die Dinge richtig angeht. Deswegen auch das Notizheft. "Ich schreibe mir alles Mögliche auf, interessante Sätze oder einfach nur meine eigenen Gedanken. Die Ideen werden dann zu den Designs in The Studio."

Lade dir Marks "Partytime"-Design aus dem PlayStation Store auf PlayStation 3 oder PSP herunter und tauch in eine Welt voller seltsamer Luftballons ein, die seine Erfahrung in der Werbebranche genauso wiedergibt wie seine Faszination für Amerika - für Americana, um genau zu sein.
"Das war so eine Art Gegenreaktion", erklärt Mark. "Viele meiner Freunde waren extreme Hip-Hop-Fans, deswegen entschied ich, mir meine Inspiration woanders zu holen. Manchmal werde ich als Graffiti-Künstler bezeichnet, aber in meiner Arbeit findet sich nichts dergleichen. Ich zeichne alles zuerst selbst, bevor ich mit den Spraydosen und massenhaft Farbe anrücke."
Bunte, auffällige Werbung und Zeichentrickserien prägten den Künstler schon während seiner Kindheit. "Ich wollte Trickfilmzeichner werden. Disney-Filme, Looney Tunes und diese ganzen Zeichentrickserien für Kinder hatten einen enormen Einfluss auf mich. Es war alles so amerikanisch, und als kleines Kind fand ich das unglaublich faszinierend. Für mich war Amerika dieser fantastische Ort, an dem es all die Dinge gab, die ich mochte. So entstand der Mythos. Als ich dann endlich einmal dort war, sah es gar nicht so anders als im Vereinigten Königreich aus. Auch in den USA regnet es."
Die Kollision von Tagtraum mit bitterer Realität ist ein Thema, das in Marks Werken öfter auftaucht, so auch in seinem "Partytime"-Design. Die aufblasbaren Glühbirnen, Ananas und Totenköpfe schweben ihrem Ende entgegen und zerbersten dann mit einem bunten Knall. Es ist das jüngste Ergebnis einer bitteren Erkenntnis.
"Während meines Studiums ging ich für eine Weile nach New York und wohnte dort in einem billigen Hostel. Das war eine ziemliche Absteige, und in meiner Traumwelt entstanden die ersten Risse. Deswegen tauchte ich völlig in diese Kultur ein und versuche seitdem, ein bisschen von der Hoffnung und dem Glamour, die ich als Kind verspürte, wieder aufleben zu lassen. Ich eigne mir die Ikonen der amerikanischen Kultur an - Donuts, Hotdogs usw. - und kombiniere sie mit meinen Südlondoner Wurzeln."
Mark zeichnet mit der Hand und verwendet dabei einige spezielle Techniken, die seinen Werken einen einzigartigen Touch verleihen. Er zeichnet bestimmte Elemente nicht nur mehr als 20 Mal, um sicherzustellen, dass die Balance zwischen Realität und Cartoon die richtige ist, sondern hat auch zahlreiche andere Tricks auf Lager.
"Mit perforiertem Papier kann ich die Übergänge bei Rasterelementen wirklich schnell darstellen, und es sieht super aus. Wenn ich die gleiche Technik am Computer anwenden will, werden die Punkte einfach nur kleiner, um die Farbabstufung anzudeuten. Mit einer Papiervorlage werden die Punkte jedoch tatsächlich heller, nicht kleiner. So entsteht der gleiche Effekt, aber es wirkt grobkörniger, schmutziger, was wiederum gut zu der leicht abgelebten Americana-Atmosphäre passt. Es sieht dann aus wie ein Comicbuch."
Für sein Design für PlayStation hat sich Mark in Animation versucht. "Dieses Gebiet begeistert mich ja schon, seit ich klein war, deswegen hat mir das wirklich Spaß gemacht. Ich hatte die Idee mit den deprimierenden Luftballons, weil meine Arbeit gerade einem surrealen Zirkus gleicht, ein bisschen so wie der berühmte heruntergekommene Vergnügungspark auf Coney Island in New York."
"Bei Luftballons denkt man meistens an wirklich grelle Farben. Deswegen habe ich die Farben etwas gedämpft, um das Resultat britischer und vorstädtischer aussehen zu lassen. Grauer. Diese farblosen Luftballone steigen also den Bildschirm hinauf, platzen dann und hinterlassen kurz einen bunten Fleck, wie ein Feuerwerk.
Ich versuche, mit meiner Arbeit die Americana-Welt zu feiern, und sie mit meinem Sinn für Humor zu verknüpfen."
Nachdem wir jetzt so viel von Ideen geredet haben, haben wir auch einen Vorschlag für dich: Sieh dich doch gleich bei The Studio im PlayStation Store um und lade dir Marks Design "Partytime" herunter. Und wenn du schon mal dort bist, kannst du auch die neuesten digitalen Kunstwerke von anderen talentierten Designern unter die Lupe nehmen. Mehr Arbeiten von Mark findest du unter markwardstudio.com, wo du seine einzigartige Interpretation von surrealer Nostalgie bewundern kannst.
| Datum: | 10/01/12 |
|---|---|
| Kategorie: | News |

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