Der Mann, der bei Sony Computer Entertainment Europe für die Entwicklung neuer 3D-Spiele verantwortlich ist, gibt im Gespräch mit eu.playstation.com einen Einblick in diese neue, faszinierende Technologie.
Warum eignet sich das Team der Evolution Studios am besten für die Entwicklung von 3D-Spielen?
Unser Team bei Evolution beschäftigt sich bereits seit fünf Jahren mit 3D. Außerdem arbeiten bei uns mit Ian Bickerstaff und Simon Benson zwei ehemalige Mitarbeiter von British Aerospace, die seit 16 Jahren Formel-1-Simulatoren und Flugsimulatoren in 3D bauen. Das heißt, wir haben die Entwicklung dieser Technologie bereits vorangetrieben, bevor SCEE überhaupt mit dem Gedanken spielte, Games in 3D anzubieten. Insofern war es ein glücklicher Zufall, dass wir bereits im kleinen Rahmen Prototypen entwickelt hatten, als wir von den Plänen des Unternehmens erfuhren, 3D-Spiele herauszubringen. Es war daher naheliegend, dass wir als Erste an der Konvertierung arbeiten durften. Da wir zudem über das nötige Know-how verfügten, konnten wir unsere Kenntnisse darüber, wie man Spiele in 3D konvertiert, an andere weitergeben.
Was ist Ihrer Meinung nach der Grund dafür, dass diese Technologie zwar bereits seit vielen Jahren bekannt war, aber eigentlich erst im letzten Jahr den Durchbruch schaffte?
Im Moment befinden wir uns in einer Übergangsphase hin zu qualitativ hochwertigen Displays zu erschwinglichen Preisen, mit denen man tolle Inhalte in überragender 3D-Qualität sehen kann. PlayStation 3 verfügt dank der hervorragenden Leistung und Funktionen über alle Voraussetzungen für extrem hochwertige 3D-Optik, die die Leute derart begeistert, dass sie sich einen neuen Fernseher und ein Upgrade für ihr System besorgen, damit sie die 3D-Bilder in voller Qualität erleben können. Und ich glaube, dass wir erstmals in der Position sind, genau das anzubieten.
Ein anderer Grund ist, dass viele Kinos in den letzten Jahren auf die digitale Vorführtechnik umgestellt haben, was den Herausgebern den Vorteil verschafft, dass sie die Verbreitung von Filmen nun kontrollieren können. Bilder in guter 3D-Qualität sind ein echtes visuelles Erlebnis, von dem die Zuschauer nicht genug bekommen, und wir wollen dies mit qualitativ hochwertigem Gaming verbinden.
Was war für Sie der "Heureka"-Moment hinsichtlich des Einsatzes dieser Technologie im Gaming-Bereich?
Als wir vor ungefähr fünf Jahren das erste Mal eine Rennsimulation in 3D umsetzen konnten, waren wir einfach sprachlos. Man braucht ein Gefühl für Tiefe, um wirklich gut zu fahren. Man spürt die Geschwindigkeit und versucht, den perfekten Moment abzupassen, in dem man mit dem Auto in die Kurve einbiegt. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass alle Formel-1-Teams ihre Fahrer mittlerweile mit 3D-Simulatoren trainieren.
Das Tolle ist, dass wir allmählich beginnen, die 3D-Technik sowohl in kreativer als auch in technischer Hinsicht zu verstehen. Die Spiele, die in Zukunft in 3D erscheinen, sind einfach überwältigend. Wir sind heute so weit, dass wir diese Technologie immer besser nutzen können und verstehen, wie man sie beim Gaming am effektivsten einsetzt, was ich persönlich total spannend finde.
Welche Herausforderungen müssen Entwickler bewältigen, wenn sie an einem 3D-Spiel arbeiten?
Die größte Schwierigkeit besteht darin, dass das PlayStation 3-System in Sachen Prozessorleistung bereits bis aufs Äußerste beansprucht wird und einige Optimierung erforderlich ist, damit die Spiele in 3D ausgeführt werden können. Die Kosten sind dabei im Hinblick auf das restliche Budget für die Entwicklung jedoch nicht sehr hoch, was für uns super ist, da wir 3D-Inhalte in die Spiele integrieren können, ohne die Preise deshalb anheben zu müssen. Einige Spiele, bei denen ein großer Teil der Inhalte vorgerendert ist, sind etwas komplizierter, da sowohl eine 2D- als auch eine 3D-Version des vorgerenderten Inhalts erstellt werden muss. In diesem Fall wirkt sich das wahrscheinlich ein wenig stärker auf die Entwicklungskosten aus, obwohl wir davon ausgehen, dass es trotzdem nicht allzu viel sein dürfte.
Wie schätzen Sie die Möglichkeiten bei einer Kombination von PlayStation Move und 3D ein?
Ich finde die Vorstellung extrem spannend. Mit PlayStation Move haben wir der räumlichen Steuerung beim Gaming eine völlig neue Dimension gegeben, in der die Bewegungen sehr genau und dynamisch nachvollzogen werden. Man muss sich nur einmal vorstellen, welche Möglichkeiten sich ergeben, wenn man das, was man in 3D auf dem Bildschirm sieht, in 3D vor dem Bildschirm umsetzen kann. Das Besondere dabei ist für uns, dass wir Pionierarbeit leisten. Die Spiele, die wir bereits konvertiert haben, machen Riesenspaß, und wir haben gerade mal einen Bruchteil der Spiele umgesetzt. Man darf gespannt sein, wie sich die Entwicklung der Spiele fortsetzt, sobald wir alle unsere Teams darin geschult haben, wie man 3D-Inhalte erstellt und PlayStation Move in Kombination mit 3D einsetzt.
| Datum: | 09/08/10 |
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| Kategorie: | News |

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