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Interview mit dem Entwickler von Red Faction: Guerrilla

PlayStation®3

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Sean Kennedy, seines Zeichens Associate Producer dieses Spiels, verrät dir, wie du in Red Faction: Guerrilla so ziemlich alles zerstören kannst.

Können Sie die Grundlagen von Red Faction: Guerrilla einmal kurz vorstellen?
Im Mittelpunkt des Titels stehen packende Guerillakämpfe, die in offenen Umgebungen stattfinden. Sämtliche Spielumgebungen wirken unglaublich realistisch und können komplett zerstört werden - eine absolute Neuheit. Schauplatz ist der Mars, wo sich Kolonisten gnadenlose Auseinandersetzungen mit einer übermächtigen Militärorganisation liefern, der EDF (Earth Defense Force). Dank der völligen Zerstörbarkeit der Umgebungen und der Interaktivität der Welt können Guerillataktiken aufs Schönste umgesetzt werden: Vorschlaghämmer helfen beim rückwärtigen Eindringen in Häuser, Lkws können über Klippen hinaus und direkt in das zweite Stockwerk eines Gebäudes rasen und Konvois, die über eine Brücke fahren, werden gestoppt, wenn eben diese in die Luft gejagt wird. Der Spielverlauf gestaltet sich völlig frei, wodurch der Spieler an keinerlei Taktik gebunden ist, sondern ganz nach seinen Ideen und Wünschen vorgehen kann.

Wo liegen die Einflüsse des Spiels?
Den größten Einfluss hatte Red Faction. Red Faction: Guerrilla setzt genau da an, wo das Originalspiel endete. Da versteht es sich von selbst, dass der erste Titel der Reihe für die Weiterentwicklung der Handlung wegweisend war.

Um die Guerillakämpfe richtig umzusetzen, haben wir Bücher über den Guerillakrieg, Militärhandbücher und Abhandlungen über den Konflikt der ehemaligen Sowjetunion mit Afghanistan in den Achtzigerjahren gelesen. Was Filme angeht, würde ich Werke wie "Total Recall" oder die Alien-Reihe als Einflüsse in Sachen Gebäudestil, Kleidung, Maschinen usw. nennen.

Und bei der Gestaltung der Welt haben wir uns natürlich am Mars orientiert. Damit wir uns in etwa vorstellen konnten, wie es auf dem Mars aussieht, haben wir mit digitalen Geländemodellen (DGM) der NASA gearbeitet. Wir haben eine Welt geschaffen, von der wir glauben, dass sie trotz Terraforming wirklich wie der Planet Mars wirkt. Auch das Thema Terraforming haben wir ganz genau recherchiert, uns Untersuchungen zu möglichen Terraforming-Projekten auf dem Mars angesehen und uns über die verschiedenen Methoden informiert, die wir möglicherweise eines Tages auf diesem Planeten einsetzen werden. Die Entwicklung der Welt und die Umsetzung des Gameplays für Red Faction: Guerrilla haben also ganz schön viel Zeit in Anspruch genommen.

Warum haben Sie sich für die Beobachterperspektive entschieden?
Weil sie sich vor dem Hintergrund der zerstörbaren Umgebungen und dem ganzen Chaos, das damit einhergeht, besser dazu eignet, dem Spieler das Gefühl unmittelbarer Bedrohung und Gefahr zu vermitteln. Durch eine Explosion stürzt beispielsweise ein Teil des Dachs ein, und Trümmer regnen im unmittelbaren Umfeld herab. Aus der Beobachterperspektive lässt sich so einem Ereignis wunderbar beiwohnen.

Welche Kampfszenarien erwarten den Spieler?
Das hängt größtenteils vom Spieler ab. Kraftwerke oder Brücken sind Ziele, die für die EDF von höchster Bedeutung sind. Sie sind jedoch nicht Teil einzelner Missionen oder besonderer Spielmodi, sondern schlicht und einfach ein Teil der Spielumgebung. Dies bedeutet, dass es völlig dem Spieler überlassen ist, wann und wie er sich ihrer Zerstörung widmen möchte. Von brachialen Angriffen bis hin zum Einsatz subtiler Taktiken und ausgeklügelter Pläne ist so gut wie jede Vorgehensweise möglich. Es empfiehlt sich, eine Rückzugsstrategie parat zu haben, denn sobald die EDF den Spieler im Visier hat, ruft sie Verstärkung.

Können Sie bestimmte Fahrzeugtypen empfehlen? Welche Vorteile haben die verschiedenen Fahrzeuge?
Jede Seite besitzt ihre eigenen Fahrzeuge. Die Kolonisten verfügen über Großfahrzeuge wie Kipplaster sowie über Autos, um von A nach B zu gelangen. Zum Fuhrpark der EDF gehören Panzer, gepanzerte Truppentransporter und Versorgungslaster. Am eindrucksvollsten aber sind die Bergbau-Mechs, die wir Walker nennen. Sie wurden für das Heben und Zertrümmern schwerer Gegenstände entwickelt, können aber auch ganze Gebäude komplett zerstören. Walker können auch dazu genutzt werden, Fahrzeuge umzuwerfen.

Welche Mehrspielermodi gibt es in RFG?
Klassische Mehrspielermodi wie "Team Deathmatch", das wir in RFG "Team Anarchy" genannt haben, und "Capture the Flag", die durch das Element der Zerstörung wie neu aussehen. In manchen Modi ist die Zerstörung sogar das einzige Ziel. In "Siege" verteidigt die eine Seite ihren Stützpunkt, während die andere versucht, ihn einzunehmen und zu zerstören. Die verteidigende Seite kann zur Reparatur beschädigter Gebäude ein Werkzeug namens Reconstructor einsetzen.

Allen Mehrspielermodi ist gemeinsam, dass sich das Schlachtfeld im Spielverlauf stetig verändert. Wo gerade eben noch eine Mauer oder ein Gebäude Deckung boten, steigen nun die Rauchschwaden einer heftigen Explosion auf. Falls es zu besonders erbitterten Auseinandersetzungen kommt, ist die Umgebung des Spiels zum Ende hin womöglich gar nicht mehr wiederzuerkennen.

Welche Elemente des Spiels waren während seiner Entstehung am schwierigsten zu erklären?
Wenn sämtliche Elemente der Umgebung zerstörbar sind, können die Spieler nicht davon abgehalten werden, die größtmögliche Zerstörung anzurichten. Mauern können durchbrochen und Gebäude Stück für Stück dem Erdboden gleichgemacht werden. Jedes Fahrzeug kann mit Höchstgeschwindigkeit mitten in Hindernisse gelenkt werden. In herkömmlichen Spielen ist die Bewegungsfreiheit des Spielers begrenzt. Wir standen vor einer ganz neuen Herausforderung: Es galt, ein Spiel zu entwickeln, in dem die Bewegungen des Spielers einfach nicht eingeschränkt werden dürfen.

Welche der ursprünglich geplanten Funktionen und Ideen wurden im Laufe der Entwicklung des Spiels verändert? Worauf wurde ganz verzichtet?
Anfangs schwebte uns ein Bulldozer vor, weil dieses Fahrzeug Zerstörung pur verkörpert. Uns wurde aber schnell klar, dass ein Bulldozer in einem Spiel, in dem jedes Fahrzeug als Mittel der Zerstörung eingesetzt werden kann, keinen Sinn gemacht hätte. Wer braucht schon einen Bulldozer, wenn Mauern auch mit jedem anderen Fahrzeug durchbrochen werden können?

Was gefällt Ihnen bei RFG bisher am besten?
Selbst jetzt noch, nach Jahren der Arbeit an RFG, gibt es immer noch gänzlich unerwartete Momente. Neulich erzählte mir einer der Entwickler des Spiels, was sich ereignete, als er damit beschäftigt war, eine riesige Brücke zu zerstören, die einen tiefen Canyon überspannt. Er bearbeitete die Brücke so lange, bis nur noch 6 Prozent davon standen. Ein EDF-Raumschiff tauchte auf und wurde von ihm mit einem Raketenwerfer abgeschossen. Es fing Feuer, geriet außer Kontrolle, raste direkt in die Mitte der Brücke und flog mit einem gewaltigen Knall in die Luft. So etwas passiert in keinem anderen Spiel.

Dieses Beispiel vermittelt das Erlebnis Red Faction: Guerrilla einfach optimal. Spielereignisse, die selbst die Entwickler überraschen, versprechen wirklich unbegrenzte Möglichkeiten für die Spieler.

Infos

Datum: 08/04/09
Kategorie: News
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