Der Gewinner der GT Academy hat beim TOYO-Tires-24-Stunden-Rennen in Dubai trotz schwieriger Bedingungen einen fehlerlosen Lauf hingelegt.
Die britische Rennfahrerlegende Johnny Herbert beschrieb das TOYO-Tires-24-Stunden-Rennen in Dubai als ein Wochenende großer Enttäuschungen und Erfolge gleichermaßen für das Nissan PlayStation Team, für das er zusammen mit dem GT-Academy-Gewinner Lucas Ordóñez an den Start ging. "Lucas hat sich hervorragend geschlagen und ist trotz des großen Drucks, der auf ihm lastete, fehlerfrei gefahren. Er hat unsere Erwartungen weit übertroffen und die besten Chancen, Profirennfahrer zu werden."
Als mit zunehmendem Selbstvertrauen Lucas' Rundenzeiten immer besser wurden, war es kaum noch vorstellbar, dass er erst seit vier Monaten am Steuer echter Rennwagen sitzt. Bis dahin fuhr er nur virtuelle Rennen in "Gran Turismo 5 Prologue" für PlayStation 3. Viele Zuschauer waren überrascht, wie leicht Lucas den Wechsel von der virtuellen Welt in die Realität vollzog - nicht so jedoch der Schöpfer von "Gran Turismo", Kazunori Yamauchi.
"Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen - mein Spiel trug dazu bei, jemanden zu einem echten Rennfahrer zu machen", schwärmte er. "Darauf habe ich die letzten zehn Jahre gewartet."
"Lucas' fahrerische Leistung war großartig, aber von jemandem, der sein Training mit 'Gran Turismo' begonnen hat, hätte ich mir auch gar nichts anderes erwartet. Ich hatte leider nicht viel Zeit, mich selbst von seinem Können zu überzeugen, aber er macht einen sehr ruhigen und gelassenen Eindruck. Ich war ja schon immer der Meinung, dass man, wenn man gut bei GT ist, auch in der Realität so schnell fahren kann wie ein Profi, wenn nicht sogar schneller."
Lucas, der den Nissan-Rennwagen 350Z GT4 über die Ziellinie fahren durfte, strahlte über das ganze Gesicht, als ihm Teammitglieder und seine Familie gratulierten. An diesem Wochenende gab es aber nicht nur Erfolge zu feiern, sondern auch Rückschläge zu verkraften. Der zweite GT-Academy-Gewinner, Lars Schlömer, konnte leider aus Sicherheitsgründen nicht an den Start gehen. Da er aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle entscheidende Trainingsläufe verpasst hatte, reichte seine Erfahrung für ein derart anspruchsvolles Rennen einfach nicht aus, zumal teilweise nachts gefahren wurde.
Darren Cox, Interactive Marketing Manager von Nissan Europe, erläuterte die Situation in einer Mitteilung an die anwesende Presse: "Das Nissan PlayStation Team hat seinen Leistungsstand vor dem Rennen in Dubai eingehend überprüft und kam zu dem Schluss, dass Lars fahrerisch noch nicht so weit ist."
Während des Rennens kam es dann zu einer Reihe von technischen Problemen und Boxenstopps, wodurch die fantastischen Leistungen von Lucas, Johnny Herbert, Rob Barff und Alex Buncombe relativiert wurden. Der erste Zwischenfall ereignete sich, als ein auf der Strecke herumliegendes Fahrzeugteil das Lenksystem beschädigte. Flüssigkeit lief auf den Auspuff und sorgte für eine dichte Rauchwolke.
Dann machte sich Lucas für den ersten seiner vier neunzigminütigen Abschnitte bereit. Er legte einen fabelhaften Start hin, erlitt aber in der 36. Runde eine Reifenpanne. Immer dann, wenn das Nissan PlayStation Team gerade zur Konkurrenz aufgeschlossen hatte, ereignete sich ein weiterer, unvorhersehbarer Vorfall, der einen erneuten Boxenstopp erforderlich machte. Bei Einbruch der Dunkelheit war das Team in eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug verwickelt, bei der die Hinterachse beschädigt wurde. Dadurch gingen fünf Runden verloren.
Die nächsten 12 Stunden verliefen weitestgehend ohne Zwischenfälle, und mit nachlassender Hitze am Persischen Golf wurden auch die Rundenzeiten immer schneller. Nach und nach kämpfte sich das Team auf bessere Platzierungen vor, aber der Abstand zu den letztendlichen Gewinnern war einfach zu groß. Das Nissan PlayStation Team musste sich mit einem 45. Platz in der Gesamtwertung und dem neunten Platz in der eigenen Fahrzeugklasse zufriedengeben.