Mit einem Superhelden-Spiel im Sandbox-Stil plant Sucker Punch Productions einen glatten K.-o.-Schlag. Ganz ohne Masken und Kostüme schafft es "inFamous", den Spieler sofort in seinen Bann zu ziehen.
Empire City liegt in Schutt und Asche. Aus heiterem Himmel zerstörte eine gewaltige Explosion sechs Häuserblocks. Die Folge: Tote und Hysterie. Von der Polizei ist weit und breit nichts zu sehen, und so verwandelt sich die Stadt zusehends in eine rechtsfreie Zone, in der Unruhen, Krankheiten, Armut und Kriminalität an der Tagesordnung sind. Empire City wurde vom Festland unter Quarantäne gestellt und ist nun ganz auf sich allein gestellt.
Der Einzige, der das Chaos in der Stadt beenden kann, ist der Protagonist Cole, der seit einem Unfall elektrische Blitze aus seinen Händen schießen lassen und heilen kann. Außerdem verfügt er über zahlreiche weitere Superkräfte. Und doch handelt es sich hierbei um denselben Mann, dem die Schuld an der Explosion gegeben wird, denn außer ihm gab es keine Überlebenden.
Gerechtigkeit auf Coles Art
Im Gegensatz zu den typischen Superhelden-Videospielen befindet sich der Held in "inFamous" von Anfang an in einer gefährlichen Situation. Cole findet sich in einer offenen Welt wieder, die nach dem Sandbox-Prinzip verläuft, das im Genre immer beliebter wird. Anders als die traditionellen Helden von Marvel und DC Comic, die sich stets moralisch einwandfrei verhalten, ist Coles Persönlichkeit aber nicht gerade ein Ausbund an Integrität.
Ganz im mehrdeutigen Stil des Titels kannst du dich in "inFamous" mit mehreren Dingen auf einmal beschäftigen. Verleihe deiner dunklen Seite Ausdruck, während du gleichzeitig der Ursache der Explosion auf den Grund gehst und herausfindest, warum Cole der einzig Überlebende war und mit solchen Superkräften ausgestattet wurde. Während du die Stadt durchstreifst, wirst du Zeuge zahlreicher Vorkommnisse, die Sucker Punch unter dem Begriff "Crime Ecology" zusammenfasst. Die Bürger gehen ihren Geschäften nach und interagieren regelmäßig miteinander, wobei es häufig zu gewalttätigen Ausbrüchen kommt. Du hast die Möglichkeit, solche Vorfälle durch das spieleigene Karma-System zu unterbrechen.
Das funktioniert so: Cole trifft z. B. während einer Mission auf eine verletzte Frau, die dringend wiederbelebt werden muss. Er könnte ihr mit seinen elektrischen Fähigkeiten wie bei einem Defibrillator Elektroschocks verpassen. Ignorierst du die Frau oder hilfst du ihr? Deine Entscheidung wird vom Karma-System aufgenommen, das beeinflusst, wie Cole von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Die Bewohner der Stadt erinnern sich an deine Taten, und je nachdem, was du bisher angestellt hast, werden sie dir helfen, sich dir in den Weg stellen oder dich sogar fürchten.
Keine Liebe in der Stadt
Dadurch fühlt sich deine Figur als Teil einer lebendigen, tatsächlich existierenden Welt. Es geht also um weit mehr als nur um die Erfüllung einer Reihe von Missionen, um die Haupthandlung voranzutreiben. "Zuerst einmal gibt es die offene Welt mit ihrer 'Crime Ecology', in der du beliebig agieren kannst", erläutert Nate Fox, Game Director von Sucker Punch Productions. "Dann gibt es Missionen, deren Anfänge, Mittelteile und Endungen festgelegt sind und in denen vorbestimmte Ereignisse ablaufen, bei denen du im Mittelpunkt stehst.
Das Ganze erinnert ein bisschen an einen Eintopf - wann immer man etwas Neues hinzugibt, verändert sich das Ergebnis geschmacklich in eine andere Richtung. So ergeben sich ständig neue Interaktionen. Wir versuchen, so viel wie möglich hinzuzufügen, damit das Resultat so vielseitig wie möglich ausfällt."
Wie du mit den Bewohnern von Empire City umgehst, kann sich auch vorteilhaft auf deine Spielfigur auswirken. Verhältst du dich heldenhaft, nehmen Coles Kräfte zu, tust du das Gegenteil, nehmen sie ab. Wenn das kein Anreiz ist, im Verlauf des Spiels weitere Kräfte zu erwerben!
Elektrizitätsgefälle
Coles Kräfte stehen in enger Verbindung zu Empire City, was dem Spiel ein faszinierend realistisches Element verleiht. Er kann nämlich Elektrizität nicht selbst erzeugen, sondern nur dann nutzen, wenn er sich an Stromquellen in seiner Nähe bedienen kann. "Wir haben die ganze Stadt mit einem Versorgungsnetz durchzogen", so Fox. "Cole kann die kompletten Stromreserven der Stadt leer machen, falls er besonders große Ladungen für seine stärkeren Superkräfte benötigt. Dadurch kommt es in einigen Vierteln zu Stromausfällen. In diesen Gebieten kann er dann keine Elektrizität mehr aus dem städtischen Versorgungsnetz schöpfen und auch seine Gesundheit nicht wiederherstellen. Indem er die Energie der Stadt für seine Fähigkeiten nutzt, wird er in manchen ihrer Viertel sterblich."
Doch Cole kann noch weit mehr, als seine Gegner mit Stromschlägen ins Jenseits zu schicken oder sie vorübergehend auszuschalten. Er kann Objekte überladen, sodass sie explodieren, elektromagnetische Schilde erzeugen und vieles mehr. Was die Anzahl der verfügbaren Superkräfte in "inFamous" angeht, gibt sich Fox zurückhaltend, stellt aber so einiges in Aussicht. "Die Superkräfte werden im Lauf des Spiels immer mehr. Die Gamer sind also ständig damit beschäftigt, den Umgang mit einer neuen Kraft zu lernen."
Dank seines Geschicks als städtischer Erforscher kann Cole auch seine Umwelt nutzen und so die zugänglichen Gebiete vergrößern. "Das ist es, was ein Sandbox-Game ausmacht - der Spieler kann nicht nur frei herumlaufen, sondern auch alles Mögliche erklettern", erläutert Fox. "Es handelt sich um eine dreidimensionale Struktur, in der mit allem beliebig interagiert werden kann." Fox führt gleich einmal vor, was er damit meint, indem er Cole einen Telefonmast emporklettern und dann seine Widersacher von oben mit Stromstößen traktieren lässt. Der Mast dient ihm gleichzeitig als Deckung. "Wir wollten das Kletterelement taktisch einsetzen, um für mehr Improvisationsmöglichkeiten zu sorgen. Das passt hervorragend zum offenen Gameplay in diesem Spiel."
Supergegner
Manche Widersacher verfügen über keinerlei Superkräfte, viele aber haben spezielle Talente in petto. Sie alle machen zusammen mit der Struktur des Gameplays einen Großteil der Handlung aus. "Wir versuchen, den Spaßfaktor des Spiels so hoch wie möglich anzusiedeln. Deshalb wird der Gamer ganz schön vielen Figuren begegnen, die mit ihren Superkräften ziemlich verrücktes Zeug anstellen", verspricht Fox. "Die kultigen Endgegner, denen man in Kämpfen gegenübersteht, sind so niederträchtig, dass man sich noch Monate später an sie erinnert. Das ist typisch für dieses Genre."
Was wirst du sein? Held oder Antiheld? Berühmt oder berüchtigt? Sucker Punch lässt dir die Wahl - du allein entscheidest! "Endlich erlebst du, wie es ist, auf einmal Superkräfte zu besitzen", so Fox. Wer würde sich diese Chance freiwillig entgehen lassen?
| Datum: | 07/10/08 |
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| Kategorie: | News |
