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Schauspieler Andy Serkis spricht über die Arbeit am PlayStation 3-Epos "Heavenly Sword".
"Heavenly Sword" setzt neue Maßstäbe für die Darbietung in Filmqualität und schauspielerischer Leistung in einem Videospiel. Einen wesentlichen Beitrag zur einzigartigen Atmosphäre des Spiels ist die Umsetzung der packenden Story von Rhianna Pratchett durch talentierte Schauspieler unter der Regie von Andy Serkis. Serkis ist mit den besonderen Anforderungen des Performance Capturing bestens vertraut, schließlich verkörperte er bereits Gollum im "Herr der Ringe" und Kong in Peter Jacksons "King Kong". "Heavenly Sword" ist nun sein erster Vorstoß in die Regieführung und in die Welt der Videospiele.
"Die Aufgaben des Regisseurs sind vielfältig", erklärt Serkis. "Bei der Besetzung muss man sich die Konzeptgrafik vor Augen halten. Das Aussehen einer Figur ist bereits vorbestimmt, doch wir müssen ihr eine Seele einhauchen."
Dieses Projekt wartet mit wunderbaren Figuren auf, von der rothaarigen Heldin Nariko bis zu Serkis' irrsinnigem King Bohan, mit Schlangenfrauen, bizarren Vogelmenschen und Fettmonstern. Serkis erachtet das Performance Capturing nicht als Einschränkung, sondern vielmehr als Befreiung des Schauspielers.
"Das Schöne am Motion Capturing ist doch, dass man damit spielen kann. Die Grenzen des eigenen Körpers und Gesichts weichen ungeahnten Möglichkeiten."
Beim Motion Capturing werden bis zu 100 Bezugspunkte im Gesicht des Schauspielers aufgezeichnet, und jede Bewegung wird von 60 Kameras erfasst, die ununterbrochen laufen. Digitalkünstler gestalten die Gesichter der Figuren dann anhand der Aufzeichnungen – wie Bildhauer, die traditionelle Skulpturen formen. Mit dieser Technik lassen sich nicht nur auf der Kinoleinwand atemberaubende Ergebnisse erzielen, sondern auch bei der Entwicklung dramatischer Szenen in Videospielen.
"Bevor ich mich näher mit dem Konzept von Spielen in Kinoqualität befasst habe, war ich eher skeptisch", sagte er. "Das änderte sich allerdings ganz schnell, nachdem ich den Trailer für "Heavenly Sword" sah und mit den Leuten bei Ninja Theory sprach. Es erinnerte mich an meine erste Begegnung mit Peter Jackson und Fran Walsh für "Herr der Ringe": Menschen mit außerordentlicher Vorstellungskraft, die eine neue Darstellungsart entwickelten, die mich sofort begeisterte."
Und wie wurde Serkis zum Fan von Videospielen? "Man gab mir 'Shadow Of The Colossus', und das wurde zu einer Pilgerfahrt für mich", erinnert er sich mit einem Lächeln. "Wochenlang galoppierte ich auf dem Pferd von einem kolossalen Kampf zum nächsten, und danach war ich so wild wie die Leute bei Ninja Theory auf die Weiterentwicklung der Spiele."
Für Serkis war es bei der dramaturgischen Gestaltung von "Heavenly Sword" von größter Bedeutung, die Figuren und die Geschichte so realistisch wie möglich zu gestalten. "Wir erkannten schnell, dass wir einen Drehbuchautor brauchten, und hatten das große Glück, Rhianna Pratchett für das Projekt gewinnen zu können. Sie half uns, die Figuren und ihre Beziehungen zu verstehen und die Ursachen und Auswirkungen der einzelnen Filmszenen zu erkennen, sodass wir die Story schlüssig entwickeln konnten."
Welche Unterschiede sieht der Videospiel-Neuling Serkis bei Darstellung und Regie zwischen einem Spiel und einem Film oder Bühnenstück?
"Die psychologischen Schritte bei der Gestaltung der Rolle sind identisch. Mit schnellem Geld für ein paar Stimmaufnahmen hat das wirklich nichts zu tun - alle Beteiligten engagierten sich völlig für die Erschließung eines neuen Tätigkeitsfelds für ihr Handwerk. Wir probten und spielten 'Heavenly Sword' wie ein Theaterstück, von Anfang bis Ende und einschließlich des gesamten Gameplays. Das war ein interessantes Erlebnis! Es half uns, den Rhythmus der Story zu verstehen: Wo zog das Tempo an, wo war Mitgefühl für Nariko gefragt, wo passten Ursache und Wirkung nicht zusammen - durch diesen dramaturgischen Ansatz konnten wir die Story schlüssig gestalten."
Erwartet Serkis weitere Projekte in Videospielen? "Ich würde gerne weiter auf diesem Gebiet arbeiten. Wir stehen am Anfang einer neuen Entwicklung, das ist schon faszinierend. Am ersten Tag der Proben empfahl ich den anderen Schauspielern, die Figuren möglichst überzeugend für ein breites Publikum zu gestalten. Das ist auch weiterhin mein Ziel. Ich würde liebend gerne weiter an Spielen arbeiten und die Geschichten von diesen tollen Figuren erzählen, die für Zuschauer ebenso spannend wie für den Spieler sind. Ich habe viel gelernt und mindestens soviel Spaß gehabt wie bei der Arbeit für 'Herr der Ringe'. Es ist schon toll, echtes Neuland zu betreten und zu erforschen!"
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| Datum: | 25/09/07 |
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| Kategorie: | Feature |

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