Hier erhältst du einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Entwicklerteams von Criterion Games sowie interessante Infos zum Download-Inhalt Burnout Paradise.
Bei Criterion Games herrscht eine auffallend entspannte Atmosphäre. Die Ruhe nach dem Sturm sozusagen, die auf der Gewissheit basiert, gute Arbeit geleistet zu haben. Burnout Paradise für PlayStation 3 hat sich sowohl als Kritikerliebling als auch als wirtschaftlicher Erfolg erwiesen.
Und mit den vielen Download-Extras rast Paradise zudem einer strahlenden Zukunft entgegen. Die Meinung im Criterion-Team ist einhellig: je schneller, desto besser ...
Heißer Asphalt
Seit der Veröffentlichung im Januar 2008 sind für Burnout Paradise eine Reihe kostenloser Updates erschienen, die das packende Rennerlebnis weiter verbessert haben, unter ihnen "Cagney" (inkl. der Freeburn-Mehrspielermodi "Stuntrennen", "Marked Man" und "Road Rage") und "Burnout Bikes", das neben weiteren Extras mit Motorrädern sowie speziellen Challenges auftrumpfte. Updates, die deutlich machen, wie wichtig es Criterion ist, die Paradise-Fans bei der Stange zu halten.
"Die Erweiterung von 'Burnout Paradise' mit Download-Inhalten stellte uns vor nicht ganz einfache technische Herausforderungen, da es uns vor allem darauf ankam, tolle neue Inhalte ins Spiel zu integrieren, allerdings ohne uns dabei allzu weit vom ursprünglichen Game zu entfernen", so Engineer Iain Angus. "Wir mussten also bei der Umsetzung sehr vorsichtig und gut organisiert vorgehen."
"An Ideen hat es uns nicht gemangelt", erklärt Producer Pete Lake. "Das ist bei einem gerade fertiggestellten Spiel, in dem nicht annähernd alles untergebracht werden konnte, was uns vorschwebte, kein Wunder. Und natürlich hört man eigentlich auch nie auf, darüber nachzudenken, was man nicht noch alles hätte ins Spiel integrieren können. Letztendlich haben wir uns dann dazu entschlossen, einige der Features einzubauen, für die sich vorher einfach nicht die Gelegenheit geboten hat, wie z. B. die Motorräder."
Biker-Träume werden Wirklichkeit
Da es sich um Criterions ersten Ausflug in die Welt der Download-Zusatzinhalte handelte, kam es beinahe zwangsläufig zu kleineren Komplikationen. Vor allem die Einführung der Motorräder in Burnout Paradise erwies sich als nicht ganz einfach und stellt eine wirklich beachtliche Leistung dar.
Criterion kam es insbesondere darauf an, das Spiel auf ein komplett neues Fahrzeug abzustimmen, was nicht nur das Entwickeln neuer Fahrer bedeutete (ein vollkommen neuer Gesichtspunkt, wenn man bedenkt, dass es sich bislang um ein reines Autorennspiel handelte), sondern zudem die Anpassung von Umgebungen, dynamischen klimatischen Bedingungen, Tag-und-Nacht-Zyklen, Challenges und Spielmodi - eine Aufgabe riesigen Ausmaßes also.
"Die Motorräder haben uns als Entwicklerstudio wirklich alles abverlangt, aber außerdem die Chance eröffnet, etwas komplett Neues auszuprobieren. Etwas, auf das sich die 'Burnout'-Fans freuen dürfen", findet Lake. "Die Erwartungen der Spieler sind für uns sowieso ein entscheidender Faktor. Wir haben uns sehr intensiv mit den Leuten beschäftigt, die unser Spiel spielen, und beobachtet, was sie eigentlich genau machen. Das ist schon etwas anderes, als sich nur auf seine Entwicklerintuition zu verlassen."
Dein persönliches Paradies
Und genau diese Auffassung von Arbeit ist es auch, auf der Download-Premiumpakete für Paradise wie z. B. Party Pack, Legendary Cars, Toy Cars, Boost Specials, Cops and Robbers oder Big Surf Island basieren. Hierbei sind Pakete wie The Ultimate Box noch gar nicht berücksichtigt, die das Originalspiel durch Updates, Motorräder oder den Party Pack bereichern und so gewährleisten, dass auch Neueinsteiger direkt gut ausgerüstet ins Spielgeschehen starten können.
Jedes einzelne Paket verleiht Paradise zusätzliche Facetten (von der irren Verfolgungsjagd in Cops and Robbers bis hin zur putzigen Rennaction in Toy Cars) und bürgt außerdem für höchste Qualität, Zugänglichkeit und perfekt abgestimmten Rennspaß. "Bei den ganzen Änderungen, die wir vorgenommen haben, kam es ganz entscheidend darauf an, alles genau aufeinander abzustimmen", erklärt Lake. "Es ist ja nicht so, dass wir ein komplett neues Spiel entwickelt haben, sondern vielmehr so, dass wir ein bereits vorhandenes erweitert haben."
Eine der Hauptideen, die hinter 'Paradise' steckt, ist es, Leute gemeinsam zum Spielen zu bringen. Die Tatsache, dass dies erfolgreich gelungen ist, ist sicherlich einer der Hauptgründe, warum viele bei Criterion so stolz auf das Ergebnis sind. "Das Game ermöglicht ein einzigartiges, gemeinsames Erlebnis, in das man direkt eintauchen kann. Im Mittelpunkt steht die gute Zusammenarbeit der Spieler und nicht so sehr der erbitterte Kampf darum, wer als Erstes die Ziellinie überquert", meint Designer Tommy Hudson. "Die Spieler sollen die Möglichkeit haben, frei entscheiden zu können. Die Struktur des Games ist bei Weitem nicht so linear aufgebaut, wie es sonst häufig der Fall ist."
Angus sieht das genauso: "Bei 'Burnout Paradise' steht eindeutig der Spaß im Vordergrund, und auch bei den Online-Spielen können die Spieler ohne Einschränkungen tun und lassen, was sie wollen. Viele Leute starten beispielsweise das Spiel nur, um Freunde online zu treffen. Aber natürlich gibt es mit Hunderten von Challenges, verschiedenen Modi und sogenannten 'Road Rules' genügend Gelegenheiten, sich im Wettkampf mit anderen Fahrern zu beweisen. Ich habe bereits einige Spieler getroffen, die sich das Game wegen der Trophäen zugelegt haben. Es sieht also so aus, als wäre auch dies eine gute Möglichkeit, neue Spieler für das Game zu interessieren. Das Tolle ist ja, dass man das Tempo des Spiels immer selbst bestimmen kann."
"Was sind denn nun genau die 'Road Rules'?"
Die unbegrenzten Möglichkeiten sowie der Aspekt des gemeinsamen Spielens in Burnout Paradise sind eine sehr treffende Reflektion von Criterion Games als Entwicklerstudio, wo die Teammitglieder bei der Arbeit an Spielen ebenfalls von größtmöglicher Freiheit profitieren sollen. Ideen und Vorschläge werden immer gemeinsam mit dem gesamten Team diskutiert. Die jeweilige Rolle der einzelnen Teammitglieder spielt dabei keine Rolle. So entsteht ein sehr lebendiges Arbeitsklima, in dem nichts unmöglich scheint. Einer unserer Grafiker hat das ganz treffend formuliert: "Manchmal ist es sehr bizarr. Man spaziert durch das Büro und findet heraus, dass irgendein Kollege gerade ein flammendes Luftkissenfahrzeug ins Spiel eingebaut hat."
Noch unterhaltsamer für die Teammitglieder sind allerdings die Momente, in denen sie sich heimlich mit den Fans des Spiels kurzschließen, um sich "Burnout"-Inspirationen aus erster Hand zu verschaffen. "Als 'Paradise' auf den Markt gekommen ist, bin ich nach der Arbeit nach Hause und sofort online gegangen. In der Freeburn-Lobby habe ich dann einen anderen Spieler getroffen, der mir erklären wollte, wie das Spiel funktioniert", erzählt Angus, der über drei Jahre an 'Paradise' gearbeitet hat. "Der Typ hatte keine Ahnung, dass ich an der Entwicklung der Features, die er mir erklären wollte, selbst mitgearbeitet hatte.
Ich habe ihn fast eine halbe Stunde ausgefragt und mir unter anderem erklären lassen, wie die 'Road Rules' genau funktionieren. Und obwohl ich ihn ein paar Mal korrigiert und ein Auto gefahren habe, das erst gegen Ende des Spiels freigeschaltet wird, ist er kein bisschen misstrauisch geworden."
Fahren im Netzwerk
Da die Interaktion mit den Fans und das Bereitstellen von Inhalten im PlayStation Network von so großer Bedeutung ist, ist es auch kein Wunder, dass Criterion von den Möglichkeiten, die sich mit einer ständig verfügbaren Internetverbindung ergeben, so begeistert ist.
"Das PSN entwickelt sich mehr und mehr zu einer weiteren Plattform, für die regelmäßig Inhalte veröffentlicht werden. Dies gibt kleineren Entwicklern Gelegenheit, eigene Projekte auf den Markt zu bringen, und uns als größerem Entwickler die Chance, neue Dinge auszuprobieren", so Lake. "Ohne eine Fortsetzung des Games hätten wir die Motorräder normalerweise gar nicht entwickeln können. Für das Umsetzen solcher Ideen ist das PSN einfach perfekt geeignet. Wir können das Spiel erweitern, neue aufregende Erlebnisse anbieten und haben selbst immer einen Grund, die Controller aus der Schublade zu holen."
"Die Ausrichtung des PS3-Systems auf Online-Funktionalität und -Inhalte ist schon eine tolle Sache", stimmt Hudson zu. "Ohne diese Voraussetzungen wäre 'Paradise' in der jetzigen Form gar nicht möglich gewesen."
Zurück in die Zukunft?
Die ursprüngliche Idee einer von der Sonne verwöhnten amerikanischen Stadt fiel weit spektakulärer aus als geplant, und es besteht kein Zweifel daran, dass die weitere Entwicklung von Burnout Paradise sowohl für das Entwicklerteam als auch für die Fans einem spannenden Abenteuer gleichkommt. Ob es um die Chance auf ein Wiedersehen mit dem DeLorean aus "Zurück in die Zukunft" geht, um die Erkundung einer riesigen neuen Umgebung in Big Surf Island oder einen Sprung durch einen Riesen-Doughnut - es ist einfach für jeden genau das Richtige dabei.
"Was Download-Inhalte angeht, war es von Anfang an nicht unser Ziel, nur ein paar neue Fahrzeuge und Veranstaltungen zu entwickeln", sagt Lake. "Wir wollten etwas machen, das sowohl uns als auch den Fans große Freude bereitet." Angesprochen auf zukünftige Projekte muss der Producer, der seit 13 Jahren für Criterion arbeitet, lächeln. "Wir haben unglaublich viele Pläne. Sobald wir die Dinge umgesetzt haben, die uns am wichtigsten sind, werden wir darüber nachdenken, wie wir so viele Menschen wie möglich dazu bringen können, unsere Spiele zu spielen."
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann in den Straßen von Paradise die Motoren das nächste Mal aufheulen werden. Es mag vielleicht so aussehen, als würde sich Criterion nach der Veröffentlichung so vieler "Burnout"-Inhalte eine Pause gönnen, doch wahrscheinlich denken sie bereits in aller Ruhe über das nächste Projekt nach. Criterions Development Manager Alan McDairmant fasst das so zusammen: "Man sollte immer an seine Grenzen gehen und niemals ausruhen. Es gibt immer etwas zu verbessern."