Kiefer Sutherland gewährt einen Blick hinter die Kulissen seines neuen Horrorschockers auf Blu-ray Disc.
Kiefer Sutherland ist ein gefragter Mann. Wenn er ausnahmsweise mal nicht für die vielgepriesene TV-Serie 24 vor der Kamera steht, dreht er einfach einen Kinofilm. Mirrors ist der Titel eines aufwendig produzierten und nervenaufreibenden Remakes des gleichnamigen koreanischen Horrortitels, das er zwischen den Dreharbeiten zur sechsten und siebten Staffel von 24 abgedreht hat.
Der Nachtwächter
Die Arbeit an diesem Film bestand zu großen Teilen aus dem Warten auf die nächste Szene und dem ständigen Bereithalten am Set. Doch Sutherland war aus gutem Grund geduldig. "Ich wollte unbedingt einen Film mit Alexandre Aja machen und hatte außerdem noch nie einen Horrorfilm gedreht. Als Schauspieler will man vor allen Dingen eine Reaktion beim Zuschauer provozieren, und das funktioniert nirgendwo besser als in diesem Genre. Wenn ich einen Film ansehe, tauche ich praktisch ins Geschehen ein. Ich vergesse dann alles um mich herum und lasse mich von dem jeweiligen Streifen regelrecht auf eine Reise entführen und liefere mich dem Geschehen aus. Daher finde ich es bedeutend einfacher, einen Film zu drehen, als einen anzusehen."
Ein weiterer Grund, bei dem Film mitzumachen, ist sein Vater Donald Sutherland, der als einer der herausragenden Schauspieler seiner Generation gilt und an einigen der berühmtesten Genrefilme unserer Zeit beteiligt war. "Meiner Meinung nach war er mit 'Wenn die Gondeln Trauer tragen' von Nicolas Roeg bei einem der besten Filme aller Zeiten dabei. Das war auch einer der Filme, die mir die Augen geöffnet haben, aber gleichzeitig einer der gruseligsten, die ich je gesehen habe. Allerdings war ich damals mit 16 oder 17 eigentlich noch zu jung, um ihn wirklich zu verstehen. Aber mein Vater hat eine ganze Reihe großartiger Filme gemacht. Mir hat auch das Remake von 'Die Körperfresser kommen' außerordentlich gefallen", meint Sutherland zur beeindruckenden Filmografie seines Vaters. "Für mich kommt es bei einem Film wie diesem darauf an, dass die Figuren über eine gewisse Tiefe verfügen, bevor das Element Horror ins Spiel gebracht wird. Alexandre hat das mit dem Drehbuch zu Mirrors wunderbar hinbekommen."
Im Film schlüpft Sutherland in die Rolle des depressiven Ex-Cops Ben Carson, der im Dienst einen Mann erschossen hat und nun seine Sorgen im Alkohol ertränkt. Schon bald geht seine Familie auf Distanz und er nimmt einen Job als Nachtwächter in einem ausgebrannten Kaufhaus in New York an. Das Einzige, was vom Feuer verschont wurde, sind ein paar Spiegel. Es dauert nicht lange, bis Ben und seine Familie sich einer Bedrohung gegenübersehen, die auf merkwürdige Art und Weise mit den beunruhigenden Spiegelbildern verbunden scheint.
Spieglein, Spieglein ...
Zwar spielt Sutherland die Hauptrolle des Films, der eigentliche Star ist jedoch das unheimliche von Regisseur Aja sorgsam ausgewählte Gebäude, das so wunderbar zur bedrohlichen Grundstimmung des Films passt. Die Zuschauer rutschen jedenfalls nervös im Sessel hin und her, wenn Sutherland als Nachtwächter in den ausgebrannten Fluren und dunklen Räumen umherwandert. "Die Dreharbeiten haben hauptsächlich in der rumänischen Hauptstadt Bukarest stattgefunden. Ursprünglich sollte das Gebäude als Akademie der Wissenschaften dienen. Doch nach dem Tod des Kommunistenführers Ceauşescu im Jahr 1989 kam es zum Baustopp", erklärt der Filmstar den ausgefallenen Drehort. "Das Haus galt immer als seine Hinterlassenschaft und wurde nie genutzt. Es wirkte so verlassen, dass man es fast fühlen konnte. Es ist ein typischer Komplex aus der Zeit des Kalten Krieges, ein richtiger Koloss. Es war einfach großartig, in einem echten Gebäude zu arbeiten. Unter solchen Umständen sind sogar Kameraschwenks um 360° möglich."
Mirrors steckt von Anfang bis Ende voller Schockeffekte, die sowohl den allgemein interessierten Filmfan als auch den Horrorfan begeistern werden. Herausragend inszeniert ist dabei eine Szene zu Beginn des Films, als Sutherland zum ersten Mal in einen der Spiegel sieht und mit einer verzerrten und schockierenden Ansicht seines früheren Ichs konfrontiert wird. "Als Ben das erste Mal in den Spiegel guckt, habe ich mich zu Tode erschreckt, obwohl ich ja genau wusste, was auf mich zukommt", freut sich der Star aus 24. "Selbst bei einem ganz normalen Gang durch das Gebäude war ich ständig auf das Schlimmste gefasst. Im Grunde genommen bin ich das ideale Publikum für meinen eigenen Film."
Arbeitstier
Sutherland, der mit der Rolle des Terrorexperten Jack Bauer in der megaerfolgreichen Fernsehserie 24 ein unglaubliches Comeback feierte, arbeitet nun bereits seit sieben Jahren ohne Unterbrechung, woran sich auch in naher Zukunft nichts ändern soll. Schließlich, so Sutherland, habe er sich in dieser Zeit schauspielerisch stark weiterentwickelt. "Ich liebe meine Arbeit. Im Grunde habe ich nur dann nicht gearbeitet, wenn ich gerade keinen Job kriegen konnte. Ich sehe mich eigentlich auch nicht als Künstler, sondern eher als Handwerker, der regelmäßig seiner Arbeit nachgeht. Die Schauspielerei ist mein Ein und Alles und ich kann mir nichts Aufregenderes vorstellen, als in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. 24 war für mich als Schauspieler eine wirklich gute Schule. Mir war vorher eigentlich gar nicht bewusst, dass es noch so viel zu lernen gab", gibt die 42 Jahre alte Fernsehlegende zu. "Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich sieben Jahre lang tagein, tagaus zur Arbeit gehe. Die Schauspielerei muss eben genau wie ein Muskel trainiert werden, wobei es das Ziel ist, Leute zu unterhalten. Ich verspüre große Befriedigung, wenn mir das gelingt."
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Mirrors ist ab sofort auf Blu-ray Disc erhältlich.