Jetzt, da mit dem Erscheinen des Mehrspielermodus von "Killzone 2" eines der bestgehüteten Geheimnisse der Gaming-Welt endlich gelüftet wurde, wird eines deutlich: Es hat nie eine attraktivere Gefahrenzone gegeben ...
Mehrspielermodi für Ego-Shooter sind so etwas wie die Königsdisziplin, etwas ganz Besonderes. Es ist, als würde eine fremde Macht von dir Besitz ergreifen und dafür sorgen, dass du den Controller nicht mehr aus der Hand legen kannst. Diese Wirkung entfalten nur einige wenige Titel. Es sieht ganz danach aus, als wäre Guerrilla Games mit dem sehnsüchtig erwarteten und streng geheimen Mehrspielermodus für "Killzone 2" ein ganz großer Coup gelungen.
Guerrilla-Kämpfe
Bei einer ersten Präsentation durch das Entwicklerteam werden insbesondere zwei Elemente deutlich, die bereits seit Beginn der Entwicklungsphase höchste Priorität genießen. Erstens liegt Guerrilla ein leicht zugängliches Gameplay für unerfahrene Spieler am Herzen, wie Eric Boltjes erläutert, seines Zeichens Senior Multiplayer Gameplay Designer.
"Unser Ziel ist es, dass jeder Spieler ungeachtet des Erfahrungsgrads mit dem Ego-Shooter-Genre online gehen und möglichst schnell mit dem Game loslegen kann."
Wenn man bedenkt, dass Ego-Shooter im Normalfall für routinierte Spieler entwickelt werden, ist es diesmal eine regelrechte Wohltat für alle, die einfach mal in die imaginäre Welt eines Ego-Shooter-Mehrspielermodus eintauchen wollen. Das zweite Element ist sogar noch beeindruckender: "Wir möchten, dass wirklich alle das Spiel genießen können und gleichzeitig die Möglichkeit haben, so gut wie alle Komponenten des Spiels selbst zu bearbeiten und es so zu gestalten, wie es ihnen am besten gefällt."
Eine allumfassende Riesen-Killzone
Eine ambitionierte Zielsetzung ... Doch Guerilla macht keine halben Sachen: Der fesselnde Mehrspielermodus des zu weiten Teilen kinoreifen und grafisch beeindruckenden "Killzone 2" wird dem komplexen und atmosphärischen Einzelspielermodus in nichts nachstehen. Kurz gesagt, es stehen unglaublich viele Optionen sowie fünf verschiedene Modi (z. B. Zerstörungs- oder Attentatsmodi) zur Auswahl, die mit allen acht verfügbaren Karten gespielt werden können.
Das reicht dir noch nicht? Nun ja, mithilfe eines Abzeichensystems kannst du aus 16 Eigenschaften zwei auswählen und so deinen Spielstil festlegen. Beispielsweise verarztest du als Sanitäter verletzte Mitglieder deines Teams oder machst dich als Späher dank einer Tarnhilfe so gut wie unsichtbar.
Dein Primärabzeichen legt die Hauptaufgabe und das Aussehen deiner Figur fest. Das Sekundärabzeichen bestimmt eine besondere Fähigkeit, die zur Unterstützung der Hauptaufgabe dient. Wenn du dich also entschließt als zweite Fähigkeit die eines Sanitäters auszuwählen, kannst du deine Partner mit Medipacks versorgen. Durch die sorgsame Auswahl und Kombination deiner Fähigkeiten wirst du im Spiel zu einem unverzichtbaren Helfer.
Künstliche Intelligenz - echter Spaß!
Jede Karte unterstützt bis zu 32 Spieler, obwohl viele eigentlich nur für eine bestimmte Gameranzahl konzipiert sind. (Guerilla lag allerdings daran, so viele Inhalte wie möglich anpassbar zu gestalten.) Dies ist aber noch nicht alles. Es ist außerdem möglich, Clans mit bis zu 64 Mitgliedern zu bilden und in Turnieren um Punkte zu spielen. Zudem können online oder offline überall im Game von künstlicher Intelligenz beseelte Bots aufgestellt werden.
Die Integration dieser Roboter passt hervorragend zum Ethos von "Killzone 2", das darauf abzielt, jeden in seinen Bann zu ziehen, und zwar unabhängig von der jeweiligen Gaming-Erfahrung der Spieler. "[Ab sofort] kannst du sämtliche Mehrspielerfunktionen auch offline genießen, was bedeutet, dass du so ziemlich alles, was online möglich ist, auch offline nutzen kannst. Spiele alle Missionen, nutze alle Fähigkeiten und setze alle Waffen ein."
Und das ist immer noch nicht alles ... "Am Ende von jedem Spiel siehst du, welche Punktzahl du erreicht hast", verrät Boltjes. "Du erfährst deinen aktuellen Rang, welche Inhalte du freigespielt hast und wie du sie am gewinnbringendsten einsetzen kannst. Das Spiel wartet mit zwölf militärischen Rängen auf, die alle zuvor gesperrte Inhalte für dich bereithalten. Des Weiteren warten 46 verschiedene Medaillen darauf, von dir durch bestimmte Aktionen wie das Erledigen von mindestens zehn Gegnern per Kopfschuss oder das Wiederbeleben von zehn Kämpfern verdient zu werden."
Schieß einfach aus der Hüfte
Das Spannende an diesen ganzen Waffen und Medaillen ist die Tatsache, dass sie für das Online-Spiel weitere Funktionen ermöglichen. Transparenz und Benutzerfreundlichkeit sind Punkte, die bei Guerilla ganz oben auf der Agenda stehen. "Wir möchten, dass die neuen Funktionen nach und nach eingeführt werden, sodass man durch das Erzielen von Punkten mit neuen Inhalten belohnt wird", sagt Boltjes. "Es gibt also für alle Spieler immer wieder Features zu entdecken, egal auf welchem Spiellevel sie sich gerade befinden, wodurch das Spiel auch langfristig immer interessant bleibt."
Als Sahnehäubchen werden dann noch über 100 verschiedene Spielerstatistiken geführt, die auf der offiziellen "Killzone 2"-Website nachgelesen werden können: http://www.killzone.com/kz/. Es wird online genauestens Buch geführt über die Anzahl der unter die Erde gebrachten Gegner, die Online-Spieldauer, die gesammelten Gegenstände und vieles mehr. "Du lernst also während des Spiels ständig dazu und stellst auf diese Weise fest, wie dir das Game am meisten Spaß macht. Manche sind begeisterte Scharfschützen. Andere agieren lieber im Team, während wieder andere eher auf große Kaliber stehen. Wir haben uns wirklich sehr bemüht, alle Gamer-Eventualitäten zu berücksichtigen", versichert Boltjes.
Selbst bei absoluten Grundelementen des Gameplays wie beispielsweise dem Bilden von Teams oder dem Sprachchat auf verschiedenen Kanälen wurde über Zugänglichkeit nachgedacht. "Teamwork ist das A und O", so Boltjes.
Friss oder stirb
Bislang beeindrucken Mehrspielermodus und Story-Modus von "Killzone 2" gleichermaßen mit tempo- und abwechslungsreichem Gameplay, erlesener Grafik und tollem Kartendesign. Die Kämpfe sind ungemein packend und lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass hier mit viel Mühe und Fantasie an der Entwicklung eines einzigartigen Games gebastelt wird.
Das offene und benutzerfreundliche Mantra Guerrillas manifestiert sich schon allein in der bloßen Menge der zur Verfügung stehenden, anpassbaren Inhalte, mithilfe derer der Gamer die Möglichkeit hat, das Spiel so einfach oder komplex zu gestalten, wie es ihm gefällt. Eigenschaften, die geeignet scheinen, dem Ego-Shooter-Genre zusätzliche Anhänger zu verschaffen. Mit "Killzone 2" übertrifft sich Guerilla also wieder einmal selbst, und du weißt hoffentlich schon jetzt, was du am Ende des Countdowns zur Veröffentlichung 2009 zu tun hast ...