Falls du dir die Movement-Musikvideos von Missing Andy noch nicht heruntergeladen hast, solltest du das schleunigst nachholen. Hier gibt uns die Band im Interview Einblick auf ihre Musik und was sie inspiriert.
Die Musik der Londoner Missing Andy ist eine ungewöhnliche Mischung aus Techno-Synthesizer-Sounds, Hip-Hop-Beats und punkigen Gitarren. Das muss man schon selbst hören, um sich einen solchen Mix vorstellen zu können!
Wie würdest du eure Musik jemandem beschreiben, der sie noch nie gehört hat?
Wir verbinden Urban- und Indie-Elemente mit Überzeugungen aus der Welt des Punkrocks. Live klingen wir wie ein aggressiver Adrenalinrausch, der gelegentlich von ergreifend euphorischen Momenten unterbrochen wird.
Wie seid ihr eigentlich zusammengekommen?
Vier von uns spielten bereits in ein paar anderen Bands, bevor wir uns zusammentaten, aber das ist ja ganz normal, wenn man so nahe beieinander wohnt. Alex stand immer vor der Band, in der wir als letztes waren, auf der Bühne und legte ein wahnsinnig beeindruckendes Beatbox-Set hin. Bald darauf gründeten wir eine neue Band und fragten Alex, ob er nicht Lust hätte, unser Frontmann zu sein. Missing Andy war komplett.
Welche Künstler und Bands haben euch beeinflusst?
Den größten Einfluss hatten wohl The Prodigy. Die Bandmitglieder wohnen in der Nähe von uns, und wir sind mit ihrer Musik aufgewachsen. Neben Acts wie The Chemical Brothers gehörten auch noch Bands wie Depeche Mode und Kasabian zu unseren Einflüssen.
Welche Themen geht ihr in euren Texten an?
Wir schreiben gerne Texte zu realen Themen, mit denen wir uns identifizieren können und die auch andere ansprechen. Dazu gehören z. B. die Art und Weise, wie die Jugendlichen von der Gesellschaft wahrgenommen werden, häusliche Gewalt, Saufgelage, Terrorismus und Empfindungen wie beispielsweise das Gefühl, als wäre man ein Gefangener der eigenen Lebensweise.
Eure Musik ist momentan über Movement zugänglich (erhältlich im PlayStation Store). Wie sehr verändern das Internet und Downloads die Musikindustrie?
Die Auswirkungen sind enorm. Seit es das Internet gibt, ist es ein Kinderspiel, für wenig Geld oder gleich ganz umsonst an Musik zu kommen. CDs und Plattenläden sind überflüssig geworden. Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine CD gekauft habe. Davon sind natürlich auch die Geschäfte der Plattenfirmen betroffen. Weil sie mittlerweile nicht mehr viel mit Plattenverkäufen verdienen können, sind sie nur noch zögerlich dazu bereit, aufstrebende Bands unter Vertrag zu nehmen. Und wenn sie dann doch Musikern Verträge anbieten, wollen sie auch gleich noch an den Merchandising-Einnahmen oder den Gewinnen aus der Veröffentlichung von Songs beteiligt werden. Das sind Einnahmen, die früher komplett an die Band gingen. Wenn der Vertrieb von Musik über das Internet weiterhin so schnell anwächst, wird es Plattenfirmen, wie wir sie kennen, bald nicht mehr geben. Schon heute kann man mit einem Mausklick Millionen von Menschen erreichen.
Wie wird eurer Meinung nach allgemein Musik aus eurem Land wahrgenommen?
Sie wird gerade wieder interessanter. In den letzten Jahren wurden wir ja von Indie-Bands geradezu überschwemmt. Jede war eine noch schlechtere Kopie der Band, die zuvor gehypt wurde. Okay, es gab auch ein paar Ausnahmen. Heutzutage haben auch Bands eine Chance, in die Charts zu kommen, deren Sound ganz neu klingt, weil er aus verschiedenen Musikrichtungen besteht. Da macht es auch nichts, wenn ein paar Elemente aus Popsongs der 80er dabei sind. Solange sie dabei auf die Schulterpolster verzichten, ist alles okay!
Geht ihr dieses Jahr auf Tour? Sind Festivalauftritte geplant?
Wir sind die ganze Zeit auf Tour und treten demnächst in Manchester, Cambridge, London, Essex und Devon auf.
Die Movement-Videos von Missing Andy kannst du im PlayStation Store downloaden. Weitere Infos zu Missing Andy findest du auch auf deren MySpace-Seite: myspace.com/missingandy.