Die Punk-Rocker Minnies gewähren einen Einblick in die italienische Musikszene und erzählen von ihrer eigenen Musik.
Die Minnies spielen schon seit Ewigkeiten zusammen und haben bereits fünf Alben herausgebracht. Das nächste italienisch angehauchte Punk-Rock-Werk soll dann im Herbst erscheinen.
Wie würdet ihr eure Musik jemandem beschreiben, der sie noch nie gehört hat?
Wir spielen einfachen Punk-Rock mit italienischen Texten. Es gab eine Zeit, in der all unsere Songs ein sehr hohes Tempo hatten. Aber wir mögen auch Bands wie The Lemonheads, Dinosaur Jr. oder Husker Dü, die für harte Sachen mit melodischen Akkorden berühmt sind. Mittlerweile spielen wir auch langsame Songs. Wir versuchen jedoch immer, eine gewisse Intensität und Melodie beizubehalten. Mit den italienischen Texten ist es z. B. leichter, unsere Gefühle auf den Punkt zu bringen. Es besteht kein Zweifel daran, dass Italienisch eine sehr poetische Sprache ist.
Wie seid ihr eigentlich zusammengekommen?
Als wir anfingen, kannten wir uns noch nicht besonders gut. Aber wir wussten sofort, dass wir eine Band gründen wollten. Das Gute an den Minnies und Punk-Rock im Allgemeinen ist, dass die Musik im Mittelpunkt steht. Aber das ist noch nicht alles. In einer Band zu spielen bedeutet, dass du Teil einer Szene bist. Du triffst ständig neue Leute. Einfach nur gut spielen reicht nicht aus.
Welche Bands haben euch beeinflusst?
Viele alte Bands wie z. B. The Clash, The Smiths, Descendents, Bad Religion, einige großartige italienische Musiker wie Paolo Conte oder Luigi Tenco sowie unendlich viele unbekannte Bands, mit denen wir in ganz Europa aufgetreten sind.
Welche Themen geht ihr in euren Texten an?
Ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch seine eigene Meinung zum Leben, zur Liebe oder zur Politik hat. Man könnte sagen, dass wir in unseren Songs von unseren eigenen Erfahrungen berichten. Ich wüsste gar nicht, worüber ich sonst singen sollte.
Eure Musik ist momentan über Movement zugänglich (erhältlich im PlayStation Store). Wie sehr verändern das Internet und Downloads die Musikindustrie?
Heutzutage ist es so, dass jeder Künstler über das Internet die Möglichkeit hat, eine gewisse Popularität zu erlangen. Ich glaube allerdings, dass eine Band wie die Minnies vor allen Dingen durch Live-Auftritte und Tourneen oder ganz einfach durch den direkten Kontakt zu den Fans ihren Bekanntheitsgrad erarbeiten sollte. Das bedeutet aber nicht, dass wir ein Problem mit dem Internet haben. Wir wollen uns nur nicht davon abhängig machen, wie das bei vielen anderen Bands der Fall ist.
Wie wird eurer Meinung nach allgemein Musik aus eurem Land wahrgenommen?
Den Menschen mangelt es ein bisschen an Interesse an Independent-Musik. Die Leute hören einfach die Musik, die im Fernsehen oder Radio läuft, und meistens ist das nur Schrott. Das Gute daran ist jedoch, dass du dich der Szene leicht entziehen und gute Musik produzieren kannst. Es gibt nichts Schlimmeres als Möchtegern-Indie-Bands ...
Geht ihr dieses Jahr auf Tour? Sind Festivalauftritte geplant?
Wir haben gerade unser erstes Album seit fünf Jahren fertiggestellt. Nach zwei EPs und einer Reihe von Tourneen wird es für uns im Winter wieder Zeit, auf Reisen zu gehen. Vorher wollen wir allerdings noch unsere Hochschulabschlüsse absolvieren, damit wir dann als diplomierte Punks die Bühne betreten können.
Die Movement-Videos von den Minnies kannst du im PlayStation Store herunterladen. Mehr Informationen zu den Minnies findest du auf ihrer MySpace-Seite unter myspace/minnies.