Movement macht Station in München und lädt zum Interview mit dem eklektischen Quartett inVain. Hier erfährst du mehr über die Musik der Band und ihre Einflüsse.
inVain sind vier junge Musiker, die mit ihren verschiedenen Stilen für einen wunderbar aufregenden, kreativen Sound sorgen. Die einzigartigen Stücke klingen bitter, energetisch und doch melancholisch. Es ist gar nicht so einfach, die Musik von inVain einem Genre zuzuordnen, denn die Songs zeichnen sich durch unerwartete Wendungen, verträumte Texte und eine Kombination verschiedener Stile aus. Die Bezeichnung Alternative Rock trifft es wohl noch am ehesten.
Wie würdet ihr eure Musik jemandem beschreiben, der sie noch nie gehört hat?
Unsere Musik ist einzigartig. Im Grunde genommen machen wir Rockmusik, die voller unvorhersehbarer Wendungen steckt. Schon die Art und Weise, wie wir unsere Songs schreiben, ist verrückt. Wir treffen uns, vermischen unsere Ideen und Konzepte und basteln einen Track daraus, der hundertprozentig nach inVain klingt, sich aber dennoch von allen anderen unserer Songs unterscheidet. Das versteht man erst, wenn man unsere Musik hört. Wir können selbst nicht so richtig erklären, was bei unseren Jam-Sessions abläuft - die Musik sprudelt nur so aus uns heraus. Wir befinden uns dann regelrecht in einer Art Trance. Der fertige Song ist für uns selbst immer wieder eine Überraschung. Aussagen zu den Grundelementen unserer Musik sind da schon einfacher zu treffen: Wir machen energetischen, doch zugleich melancholischen Alternative Rock mit emotionalen Texten, treibenden Instrumenten und exzentrischen Versatzstücken.
Wie seid ihr eigentlich zusammengekommen?
Geli, unsere Sängerin, und Dave, unser Bassist, haben schon seit einigen Jahren zusammen an verschiedenen Projekten gearbeitet. Sie haben sich in einem Plattenladen getroffen und beschlossen, gemeinsam ein paar Ideen umzusetzen. Unser Gitarrist Timu ist schon seit der Schulzeit mit Dave befreundet, und als dann Joey, der seit Jahren ein Freund der Band war, am Schlagzeug dazustieß, war klar, dass wir die perfekte Besetzung gefunden hatten. Wir alle fühlten, dass dies die einzig richtige Konstellation ist.
Welche Bands haben euch beeinflusst?
Wir mögen eigentlich jede Art von Rockmusik. Es ist wichtig, unvoreingenommen an andere Künstler heranzugehen. Wir hören uns ein Stück immer erst mal an, bevor wir uns ein Urteil darüber erlauben. inVain besteht aus vier Musikern, von denen jeder einen anderen Stil und Musikgeschmack hat. Jeder von uns zählt also unterschiedliche Bands zu seinen Einflüssen. An dieser Stelle sollte man vielleicht Funeral for a Friend, The Distillers, Radiohead und Limp Bizkit erwähnen.
Ganz schön vielseitig, nicht wahr? Das kommt daher, dass jedes Bandmitglied spontan eine Band genannt hat. Auch wenn unser Musikgeschmack recht unterschiedlich ist, lieben wir alle unseren eigenen Sound, der sich aus den verschiedenen Vorlieben der Bandmitglieder zusammensetzt.
Welche Themen geht ihr in euren Texten an?
Für die Texte ist Geli zuständig. Sie verarbeitet darin hauptsächlich ihre Gefühle und negative Erlebnisse. Sie führt quasi ein musikalisches Tagebuch und füllt es mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen. Jeder einzelne Songtext ist eine Mischung aus bizarren Träumen und tiefsten inneren Gefühlen, unter Schmerzen zu Papier gebracht und mit wahrer Leidenschaft gesungen.
Eure Musik ist momentan über Movement zugänglich (erhältlich im PlayStation Store).
Wie sehr verändern das Internet und Downloads die Musikindustrie?
Das Internet gewinnt in der Musikindustrie immer mehr an Bedeutung und beeinflusst die Entwicklung der Branche entscheidend. Eine derartige Errungenschaft muss akzeptiert und unterstützt werden, damit der weltweiten Technologisierung nichts im Weg steht und wir irgendwann fliegende Autos zu sehen bekommen.
Für uns stellt das Internet außerdem eine Plattform dar, über die wir unsere Musik verbreiten können. Vereinfachte Download-Prozesse erleichtern den Zugriff auf hochgeladene Musik, sodass immer mehr Menschen die Songs anhören und sich in verschiedenen Foren über Musik, Bands, Alben und Künstler austauschen können. Diese Umstrukturierung der Musikbranche ist bereits in vollem Gange. Dafür spricht auch, dass viele Künstler ihr neuestes Album bereits online anbieten.
Hier in Deutschland kennt jeder das Sprichwort "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Wir sind der Meinung, dass es ungeheuer wichtig und notwendig ist, die ganze Welt zu modernisieren und Musik immer mehr Menschen zugänglich zu machen, aber es geht absolut nichts darüber, ein brandneues Exemplar des gerade erschienenen Albums der Lieblingsband in den Händen zu halten und das Artwork und die ganzen Details zu bewundern.
Wie wird eurer Meinung nach allgemein Musik aus eurem Land wahrgenommen?
An der deutschen Musikszene oder dem Musikverständnis der Deutschen kann man nichts aussetzen. In kleineren Plattenläden findet man zwar sehr abgedrehte Sachen, aber nichts davon ist richtig schlimm. Es gibt eine ganze Reihe deutscher Künstler und Bands, die richtig gute, gehaltvolle Songs schreiben. Natürlich gibt es jede Menge stereotyper Popsongs, aber die Menschen wissen "handgemachte" Musik, der man anhört, wie viel Arbeit in ihr steckt, sehr zu schätzen.
Was die Vielseitigkeit angeht, machen die Deutschen ihr eigenes musikalisches Ding: Bei uns gibt es eine breite Metal-Szene, große Festivals für elektronischen Sound, Boy-Bands usw. Jede nur erdenkliche Musikrichtung ist vertreten und trägt zur Entwicklung neuer Genres und Weiterentwicklung bestehender Ideen bei. Gespräche über Musik sind in Deutschland an der Tagesordnung, sodass sie im Alltagsleben eigentlich gar nicht vermieden werden kann.
Geht ihr dieses Jahr auf Tour? Sind Festivalauftritte geplant?
Ja, wir werden ein paar Auftritte geben, um unser neues Album vorzustellen. Wir werden größtenteils in Clubs zu sehen sein, aber auch das ein oder andere Festival steht auf dem Plan. Das müssen wir aber erst noch untereinander klären. Dave z. B. tritt nämlich viel lieber auf Open Airs aus, während unsere Sängerin Geli kleinere Club-Gigs wegen der Nähe zum Publikum bevorzugt.
Wir freuen uns auf alle Fälle schon auf die diesjährigen Konzerte, bei denen wir unser neues Album vorstellen werden, und sind stolz darauf, Teil des Movement-Projekts von PlayStation zu sein und Deutschland mit unserer Musik vertreten zu dürfen. Uns steht ein aufregendes Jahr bevor.
Die Movement-Videos von inVain kannst du im PlayStation Store herunterladen. Mehr Informationen zu inVain findest du auf ihrer MySpace-Seite unter myspace/invainmusic.