Eiskalt
Zieh dich warm an: Der frostige Shooter "Lost Planet: Extreme Condition" erscheint für PlayStation 3.
Kalte Füße? Verfrorene Finger? Kein schönes Gefühl, oder? Aber zum Glück musst du ja nur die Heizung ein wenig höher drehen, den Kamin anschmeißen oder eine warme Jacke anziehen. Doch in "Lost Planet: Extreme Condition" ist das nicht ganz so einfach, denn hier kann der Temperatursturz schnell zum Ende führen.
Ein eisiger Empfang
Du steuerst den jungen Soldaten Wayne Holden im Kampf gegen die feindlich gesinnte Rasse, die Akrid-Aliens. Nachdem Waynes Vater bei einem besonders aufreibenden Kampf gegen die riesige Akrid-Kreatur Green Eye ums Leben kommt, bleibt Wayne in den eisigen Weiten des Planeten E.D.N. III zurück. Auf dem Planet E.D.N III herrschen die titelgebenden extremen Bedingungen: Er ist kalt und verschneit und übersät mit Akrid-Aliens, die allen Menschen an den Kragen wollen.
Wärme ist überlebenswichtig bei den Temperaturen, die auf E.D.N III herrschen, und wird durch den Wärmeenergie-Level (W-ENG) angezeigt. Wayne wurde ein Harmonisierer in den Arm eingepflanzt, der ständig seinen W-ENG-Level überprüft, denn dieser fällt stetig in der bitteren Kälte, wodurch Wayne langsam erfrieren würde. Wenn du Verletzungen erleidest, wirst du vom Harmonisierer wieder aufgepäppelt, aber das geht auf Kosten deiner W-ENG. Da kommt es sehr gelegen, dass jeder Akrid Wärmeenergie in sich trägt, die nach dessen Niederlage in orangefarbenen Pools gesammelt wird. Es geht also in jedem Level um Leben und Tod, während du dem eisigen Wind widerstehen und gleichzeitig so viel Wärmeenergie wie möglich sammeln musst. W-ENG kann auch von anderen Wärmequellen gewonnen werden wie explosiven Fässern und Datenstationen, die gleichzeitig als Missions-Checkpoints fungieren.
Das W-Eng-System fokussiert das Geschehen hauptsächlich auf Laufen und Schießen, da du deine Energielevel so stabil wie möglich halten musst. Wenn du nicht konstant auf den Beinen bleibst, Gegner bekämpfst, Checkpoints entdeckst und Endgegner angreifst, gerätst du schnell in Schwierigkeiten.
Außen kalt, innen heiß
In dem Shooter in der Beobachterperspektive kann Wayne von zahlreichen Waffen wie Pistolen, Gewehren und Raketenwerfern Gebrauch machen und mit einem Enterhaken auf erhöhte Flächen vordringen. Außerdem stehen ihm diverse Kampfanzüge zur Verfügung: Diese mechanischen Hautpanzer legen mit einem Sprung unglaubliche Weiten zurück, schweben in der Luft und haben so manche Waffe in petto, die bei der Akrid-Jagd hilfreich ist. Jeder Kampfanzug bietet andere Fähigkeiten und Waffen, einschließlich Granatwerfern und Kreissägen, und einige können sich sogar in wendigere Exemplare wie Schneemobile oder spinnenartige Bohrer verwandeln.
Gleichzeitig hast du die Möglichkeit, die Waffen von den Kampfanzügen abzutrennen und separat zu nutzen, während du zu Fuß unterwegs bist. Das macht nicht nur mächtig Laune, sondern erweist sich auch als äußerst praktisch, denn das Spiel wimmelt nur so von Gegnern, die es auf Wayne abgesehen haben. Und die riesigen Endgegner-Auseinandersetzungen erinnern in ihrer Unermesslichkeit an die "Devil May Cry"-Reihe.
Wie man es vom Entwicklerstudio Capcom, dem wir unter anderem auch "Resident Evil" und "Okami" verdanken, nicht anders erwarten würde, ist die Präsentation allererste Sahne. Die weiten, verschneiten Flächen von E.D.N. III vermitteln perfekt das Gefühl der Isolation und Angst, das immer mehr zunimmt, je weiter das Spiel voranschreitet, und bei Innenaufnahmen und in neuen Umgebungen beeindruckt das Game mit ausgefeilten Effekten.
"Lost Planet" wartet mit stilvollen Gegnern, atemberaubenden Endgegner-Begegnungen und einer spannenden Geschichte auf, die dich von Anfang bis Ende fesseln wird. Ziehst du dann noch die herrliche Grafik und den Mehrspielermodus in Betracht, in dem du mit deinen Freunden gewaltige Onlinekämpfe austragen kannst, dann liegt hiermit gut und gerne das coolste Spiel des Jahres vor.